Verbraucher sind auf Bienen angewiesen - ansonsten könnten Kunden bald leere Regale in den Supermärkten vorfinden. - © Themenfoto/Pixabay
Verbraucher sind auf Bienen angewiesen - ansonsten könnten Kunden bald leere Regale in den Supermärkten vorfinden. | © Themenfoto/Pixabay

Bienensterben Bienen weg, Regale leer: Supermarkt schockt Kunden

Die Supermarktkette Penny hat in einer Filiale für einige Stunden alle Produkte aus dem Sortiment genommen, die direkt oder indirekt von Bienen abhängig sind

Lena Vanessa Niewald

Langenhagen. Da waren die Kunden der Supermarktkette Penny sichtlich irritiert: Um dem Verbraucher vor Augen zu führen, wie abhängig er von Bienen ist, und was das drohende Bienensterben für Auswirkungen hätte, nahm der Markt in einer Filiale in Niedersachsen sämtliche "Bienen-Produkte" aus den Regalen. Die Folge: gähnende Leere. 60 Prozent der insgesamt knapp 2.500 Produkte mussten die Mitarbeiter aussortieren. Informiert wurde die Kundschaft im Vorfeld nicht. "Wir haben auf den Aha-Effekt gesetzt", sagte Unternehmenssprecher Andreas Krämer. Nicht nur Obst- und Gemüsesorten fehlten, sondern auch etliche andere Produkte. So sind auch Kakao, Schokolade, Fertiggerichte, Säfte und Pflegecremes von der Bestäubung durch Bienen und Insekten abhängig. In Tiefkühlprodukten kann beispielsweise Sonnenblumenöl enthalten sein - für die Gewinnung des Öls ist eine Bestäubung notwending. Gummibärchen mit Bienenwachs überzogen Darüber hinaus suchten Kunden auch vergeblich nach sämtlichen Süßigkeiten - vor allem Gummibärchen, die mit Bienenwachs überzogen sind, damit sie nicht aneinander kleben. Die Aktion fand gezielt vor dem ersten Weltbienentag der UNO am Sonntag statt. Leif Miller vom Naturschutzbund Deutschland meint, es sei paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig sei - und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gelte. Ein Umdenken in der Landwirtschaft sei unausweichlich, forderte Miller. Die Artenzahl der Insekten habe sich in den vergangenen 20 Jahren drastisch reduziert. Ursachen und Folgen sind bisher nur ansatzweise erforscht.

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