Martin Schulz steht mit leeren Händen da. Nach dem SPD-Vorsitz verzichtet er auch auf das Außenministerium. - © picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa
Martin Schulz steht mit leeren Händen da. Nach dem SPD-Vorsitz verzichtet er auch auf das Außenministerium. | © picture alliance / Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin „Der Schritt war unausweichlich“ - Reaktionen auf den Schulz-Verzicht

Berlin (dpa). Martin Schulz steht mit leeren Händen da. Nach dem SPD-Vorsitz verzichtet er auch auf das Außenministerium - wohl nicht zuletzt deshalb, um den SPD-Mitgliederentscheid über eine erneute große Koalition nicht zu gefährden. Ausgewählte Reaktionen: SPD-Vize Ralf Stegner: „Der Schritt war unausweichlich." SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Martin hat sich geopfert, um Personaldebatte zu beenden." Die designierte SPD-Vorsitzende Andrea Nahles: „Die Entscheidung von Martin Schulz verdient höchsten Respekt und Anerkennung. [...] Wir alle wissen daher, wie schwer ihm diese Entscheidung nun gefallen ist, sich persönlich zurück zu nehmen. Das zeugt von beachtlicher menschlicher Größe." Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU): „Ich hoffe, dass die Sozialdemokraten jetzt zur Ruhe kommen, damit letztlich eine stabile Regierung gebildet werden kann." Bundesarbeits- und -familienministerin Katarina Barley (SPD): „Ich danke ihm, dass er in einer schweren Zeit für die SPD Verantwortung übernommen hat. Außerdem bin ich froh, dass wir jetzt wieder über politische Inhalte sprechen können und über die Dinge, die wir im Koalitionsvertrag durchgesetzt haben." Nordrhein-Westfalens SPD-Chef Michael Groschek: „Der Entscheidung [...] zollen wir großen Respekt. Damit leistet er einen notwendigen Beitrag dazu, die Glaubwürdigkeit der SPD zu stärken." Der Sprecher der SPD-Linken im Bundestag, Matthias Miersch: „Zur Erneuerung der Partei gehört, und das sollte sich nun auch der letzte hinter die Ohren geschrieben haben, dass wir fair miteinander umgehen und über Inhalte diskutieren. Diese andauernden Personaldiskussionen haben doch alle satt." Sachsens SPD-Chef Martin Dulig: „Er ist seiner Verantwortung gerecht geworden. Ich hoffe, dass wir nun endlich über die guten Inhalte für unser Land reden." Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD): „Es zeugt von der höchsten politischen Tugend, nämlich persönliche Interessen hinter denen des Landes zurückzustellen." Juso-Chef Kevin Kühnert: „Habe meine #NoGroko-Tour soeben in Pirna begonnen. Drei Stunden Gespräche mit Initiativen und (Nicht-)Mitgliedern über Arbeit, Rente, Infrastruktur, Integration, Rechtsruck und #spderneuern. Jetzt weiter nach Leipzig. Politischer Karneval in Berlin ist weit weg." FDP-Fraktionsgeschäftsführer Marco Buschmann: „Die neue große Koalition demontiert sich, noch bevor sie im Amt ist." Linken-Co-Fraktionschef Dietmar Bartsch: „Die Partei, die die Worte sozial und demokratisch im Namen trägt, zeigt ein kaltes, brutales Gesicht. So schnell geht es von 100 auf Null." AfD-Co-Fraktionschefin Alice Weidel: „Das ist die im unwürdigen Groko-Geschachere wohl positivste Nachricht seit langem. Was als Verzicht dargestellt wird, ist jedoch das Ergebnis einer in sich völlig zerrissenen Partei, der man die Führung Deutschland keinesfalls anvertrauen darf." Linken-Co-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht: „Es wäre besser gewesen, Schulz hätte diese richtige Entscheidung souverän selbst getroffen und nicht erst unter Druck. Der SPD wird dieser Schritt aber auch nicht viel helfen." Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt: „Menschlich kann einem das für alle Beteiligten nur leidtun. Das ist eine besondere Art der Selbstgeißelung. Offensichtlich versucht die Sozialdemokratie mit einem Akt der Verzweiflung, die Reißleine zu ziehen und opfert dafür auch den anständigen Umgang untereinander." Thüringens amtierende SPD-Vorsitzende Heike Taubert: „Das ist ein bitterer Weg, den er geht. Aber es ist richtig so. [...] Ich habe den Streit unter den Männern nicht verstanden. Das sind beides Politiker, die die SPD braucht." Der CSU-Europapolitiker Manfred Weber: „Er (Schulz) macht letztendlich klar, dass zunächst das Land und die Menschen kommen und dann erst die eigene Karriere." Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD): „Politik ist brutal, aber das macht nun den Blick frei auf die wirklich wichtigen Dinge: Die Bürger erwarten keine Selbstbeschäftigung, sondern harte Arbeit zur Lösung ihrer Sorgen und Nöte."

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