Die beiden Bridge-Spieler Entscho Wladow (l) und Michael Elinescu beteuerten vor Gericht ihre Unschuld. - © picture alliance / Lisa Ducret/dpa
Die beiden Bridge-Spieler Entscho Wladow (l) und Michael Elinescu beteuerten vor Gericht ihre Unschuld. | © picture alliance / Lisa Ducret/dpa

Düsseldorf Husten-Code für Bridge-WM-Titel? Gericht hebt Strafen auf

Sanktionen gegen die beiden Kartenspieler seien rechtswidrig gewesen

Düsseldorf (dpa). Nach der Husten-Affäre bei der Bridge-Weltmeisterschaft hat das Düsseldorfer Oberlandesgericht sämtliche Strafen aufgehoben. Die Sanktionen gegen zwei der Kartenspieler seien rechtswidrig gewesen und damit nichtig, sagte Richter Jürgen Kühnen am Mittwoch. Das Gericht kritisierte den Welt- und den deutschen Bridge-Verband. Der Weltverband habe nicht die Befugnis besessen, Sanktionen wie ein lebenslanges Turnierverbot gegen das Spielerpaar zu verhängen. Der Deutsche Bridge-Verband hätte sie nicht einfach übernehmen dürfen. Den zwei deutschen Ärzten war vorgeworfen worden, sich den ersten Weltmeistertitel eines deutschen Seniorenteams 2013 auf der indonesischen Insel Bali durch einen geheimen Husten-Code ergaunert zu haben. Ein Mitspieler des Finalgegners USA habe beim Turnier im September 2013 bemerkt, dass sich die beiden deutschen Spieler mit Gesten und Hustenzeichen über die gehaltenen Karten verständigen und die Wettkampfleitung informiert. Die Disziplinarkommission des internationalen Bridge-Verbandes verhängte gegen die Kläger als Paar ein lebenslanges Teilnahmeverbot an internationalen Turnieren sowie gegen jeden Kläger ein zehnjähriges Einzel-Teilnahmeverbot. Der Weltmeistertitel war ihnen nachträglich aberkannt worden. Wie das OLG Düsseldorf weiter mitteilt, übernahm das Disziplinargericht des nationalen Verbandes diese Sanktionen und erklärte sie auch für den nationalen Bereich als verbindlich. Husten wegen asthmatischer Bronchitis Beide bestreiten die Vorwürfe vehement und beteuern ihre Unschuld: Die Monate später vorgelegten Videoaufzeichnungen seien manipuliert. Er habe nur wegen seiner asthmatischen Bronchitis gehustet, sagte Bridge-Spieler Entscho Wladow. Das Gericht sprach den Ärzten Anspruch auf Schmerzensgeld zu. Den WM-Titel bekommen beide durch das Urteil aber nicht zurück. Das überschreite ihre Klage-Befugnis, befanden die Richter. Die Revision zum Bundesgerichtshof ließ das Oberlandesgericht nicht zu.

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