Andrea Sahlmen an den Salzminen in Cusco. - © Andrea Sahlmen
Andrea Sahlmen an den Salzminen in Cusco. | © Andrea Sahlmen

Spezialreisen Mit dem Rolli durch Peru: Strapazen durch die Inka-Hauptstadt

Andrea Sahlmen von ihrer Reise im Rollstuhl

NW-Volontärin Andrea Sahlmen ist mit zwei Rollstühlen in Peru unterwegs und berichtet hier von ihren Erfahrungen in dem Land der Inka. Nach der abenteuerlichen Reise meines Elektrorollstuhls in die Inka-Hauptstadt Cusco, steht erst am nächsten Tag eine Führung mit dem Bulli durch die Stadt an. Die Touristen haben hier mit der Höhe zu kämpfen, wir befinden uns auf 3.600 Metern, was ich bereits kurz nach der Ankunft am Flughafen merke. Die peruanische Geheimwaffe gegen die berühmte Höhenkrankheit in den Bergen heißt „Mate de Coca", es ist ein Tee aus Coca-Blättern gebraut. Den Abend nutze ich zur Akklimatisierung, denn am nächsten Tag geht es vormittags los auf die Tour. Mit an Bord sind am nächsten Tag ein Führer, der deutsch spricht, Elisa, eine Mitarbeiterin der Reiseorganisation, und Rolando und Wilfredo, meine persönlichen Helfer. Schnell wird klar, dass mein Elektrorollstuhl bei dieser Etappe nicht mehr viel ausrichten kann. Im Inka-Museum geht es rauf und runter, Treppe auf und Treppe ab, hier eine Stufe und dort eine Stufe. Doch das hält die Peruaner nicht davon ab, mir alles zu zeigen. Mit vereinten Kräften werde ich in jeden Winkel des Museums getragen, auf jede Aussichtsplattform gehievt und über jede Huckelpiste gezogen. Rolando und Wilfredo weichen mir nicht von der Seite und helfen mir mit einer Engelsgeduld. Für sie ist keine Stufe zu hoch, keine Treppe zu steil und kein Weg zu uneben. So darf ich nahezu alles erleben, was andere Touristen auch sehen können. Ich besuche den kleinen Ort Chinchero auf 3.800 Metern Höhe, wo sich einige Familien zusammengeschlossen haben und ganz traditionell leben. Sie weben ihre Kleidung selbst und verkaufen sie an Touristen. Die Meerschweinchen, ihr Essen, leben in einem kleinen Gehege. Anschließend besuche ich die beeindruckenden Salz-Mienen in Urumbamba. Die Inkas haben hier eine grandiose Anlage errichtet, in der Salz aus dem fließenden Wasser abgebaut werden kann. Bei dem Anblick verschlägt es mir die Sprache. Was für unfassbare Werke die Inkas früher gebaut haben, ist unglaublich. Da sei ihnen die mangelnde Barrierefreiheit verziehen. Ich spüre meine Grenzen Am Nachmittag merke ich dann allerdings die Grenzen meiner körperlichen Belastbarkeit. Von den unebenen Straßen habe ich solchen Muskelkater in meinem Oberkörper, dass ich heftige Schmerzen habe und mich kaum noch bewegen kann. Die gleichzeitige Belastung durch die Höhe macht mein Körper nicht mehr mit. Ich muss die Tour abbrechen und bleibe im Hotel, um mich ein wenig auszuruhen. Die Mitarbeiter bringen mir Sauerstoff, da Touristen meist Probleme mit fehlendem Co2 haben. Doch mir fehlt wohl nur ein wenig Ruhe. Immerhin steht am nächsten Tag die Tour zum Machu Picchu an, wofür ich gerüstet sein muss. Das bedeutet frühes Aufstehen und weitere körperliche Strapazen. Aber für diese tollen Momente und Aussichten nehme ich das gerne in Kauf. Verfolgen Sie in den nächsten Tagen auf nw.de die weiteren Erlebnisse von Andrea Sahlmen. Hier finden Sie alle Serienteile dieser Reise.

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