Ein Wolf in einem Gehege des Biotopwildparks Anholter Schweiz m münsterländischen Isselburg (Nordrhein-Westfalen). - © picture alliance / Bernd Thissen/dpa
Ein Wolf in einem Gehege des Biotopwildparks Anholter Schweiz m münsterländischen Isselburg (Nordrhein-Westfalen). | © picture alliance / Bernd Thissen/dpa

Isselburg Aus Gehege entlaufene Wölfin aus Sicherheitsgründen erschossen

Isselburg (dpa). Die vor knapp zwei Wochen aus einem Gehege in einem münsterländischen Wildpark geflohene Wölfin ist tot. Das Tier sei am Sonntagmorgen erschossen worden, teilte der Biotopwildpark Anholter Schweiz in Isselburg (Kreis Borken) mit. Die Wölfin war am 5. September bei der Vorbereitung für einen Transport ausgebrochen. Sie sollte seinerzeit mit zwei weiteren Tieren in einen anderen Park verlegt werden. Das eineinhalb Jahre alte Tier war dabei in Panik geraten und über einen 2,70 Meter hohen und mit Elektrodraht gesicherten Zaun gesprungen. Die Betreiber des Tierparks sowie Tierärzte hatten seitdem vergeblich versucht, die Wölfin wieder einzufangen. Auf dem 56 Hektar großen Wildpark-Gelände war sie häufig gesichtet worden, hatte sich allen möglichen Einfangversuchen aber entziehen können, wie der Park am Sonntag mitteilte. Mehrfach wurde das Tier von Kameras fotografiert. Zu sehen war, wie die Wölfin offenbar zurück zu ihrem Rudel wollte. Eine den Gehegezaun überquerende Konstruktion aus Heuballen und langen Baumstämmen, die ihr die Rückkehr in das Gehege ermöglicht hätte, nahm sie aber nicht an. Erst am vergangenen Freitag war sie von einem Schuss aus einem Betäubungsgewehr getroffen worden, konnte jedoch anschließend nicht gefunden werden. „Entweder war das Versteck so gut, oder der Pfeil hat nicht ausgelöst", teilte der Park mit. 20 Feuerwehrmänner halfen bei der Suche - vergeblich. Wölfin übersprang Zäune Am Samstag sollten dann Zäune die Wölfin dazu bringen, zu einem bestimmten Ort zu gehen. Sie übersprang jedoch auch diese Zäune und auch zwei Mitarbeiter. An einer Sperre biss sie einem Mitarbeiter in einen Stahlkappenschuh. „Zu dem Zeitpunkt stand der Wolf mittlerweile so unter Adrenalin und Panik, dass wir die Aktion sofort abbrechen mussten. Nun wussten wir, dass der Wolf jegliche Scheu vorm Menschen und vor Zäunen verloren hatte." Am Sonntagmorgen habe es dann einen weiteren Versuch gegeben, die Wölfin mit einem Narkosegewehr zu betäuben, teilte der Park mit. Sie habe sich jedoch nicht mehr dorthin leiten lassen, wo eine Narkose aus der Entfernung möglich gewesen wäre. Als das Tier dann am Wildpark-Außenzaun versuchte, diesen zu überspringen, habe man „schweren Herzens" schießen müssen. Der Wildpark will nun die Zäune am Wolfsgehege weiter erhöhen.

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