Die Angeklagten (vorne l., vorne 3. v. l., r., 2. Reihe 2. v. l., 2. Reihe 6. v. l.) sitzen im Gerichtssaal des Landgerichts in Aachen. - © picture alliance / Oliver Berg/dpa
Die Angeklagten (vorne l., vorne 3. v. l., r., 2. Reihe 2. v. l., 2. Reihe 6. v. l.) sitzen im Gerichtssaal des Landgerichts in Aachen. | © picture alliance / Oliver Berg/dpa

Nachrichten Sieben Sportplatz-Schläger von Jülich zu Haftstrafen verurteilt

Spieler und Zuschauer waren verprügelt worden, zehn Menschen wurden verletzt

Aachen (dpa). Ein halbes Jahr nach einem Überfall auf ein Fußballspiel, bei dem Spieler und Zuschauer in Jülich bei Aachen verprügelt wurden, sind sieben Täter zu Haftstrafen verurteilt worden. Drei Angeklagte erhielten wegen gefährlicher Körperverletzung Haftstrafen von bis zu drei Jahren und drei Monaten. Bei vier weiteren Angeklagten wurden die Haftstrafen zur Bewährung ausgesetzt. Ein Angeklagter wurde von den Richtern freigesprochen. Das Landgericht Aachen verkündete die Urteile am Freitag. Die Verteidiger hatten in dem Prozess durchgängig Bewährungsstrafen gefordert. Die Männer mit türkischen Wurzeln hatten laut Anklage im November 2016 die Ehrverletzung eines Freundes rächen wollen. Bei der Attacke hatten sie es demnach auf einen deutsch-libanesischen Spieler abgesehen. Dabei verprügelten und traten sie auch andere Spieler und Zuschauer, selbst als sie noch am Boden lagen. In einzelnen Fällen setzten sie laut Anklage Baseballschläger oder Schlagring ein. Zehn Menschen wurden verletzt, etwa durch Knochenbrüche, Prellungen oder Platzwunden. Angeklagte wollten Ehrverletzung rächen Der Bruder eines Angeklagten war laut Anklage zwei Tage vor dem Angriff mit einem Deutsch-Libanesen aneinander geraten und hatte dabei den Kürzeren gezogen. Diese Ehrverletzung wollten die Angeklagten rächen. Bei dem Platz-Sturm kurz vor dem Anpfiff des Bezirksliga-Spiels sollen insgesamt 20 Angreifer mitgemacht haben, aber nur acht wurden ermittelt. Zentrales Beweismittel in den Verfahren war ein Video aus einer Kamera, die der Verein für die Spielanalyse einsetzt. Die Männer hätten ihren Rachegelüsten freien Lauf gelassen und das vor den Augen von Zuschauern und Kindern, hatte die Staatsanwaltschaft in ihrem Plädoyer festgestellt.

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