Der Mountainbiker Nils von Marcholewski fährt mit seinem stark gefederten Enduro-Rad durch die Natur - © FOTO: JOHANNES BLOMEYER
Der Mountainbiker Nils von Marcholewski fährt mit seinem stark gefederten Enduro-Rad durch die Natur | © FOTO: JOHANNES BLOMEYER

Outdoor OWL Naturerlebnis mit Mountainbikes

Im Gelände müssen Fahrer ihr Können richtig einschätzen

Bielefeld. Johannes Blomeyer ist bewusst, wie kitschig es klingt, wenn er sagt: "Bei Sonnenaufgang durch den Wald zu radeln, wenn die Spinnennetze noch feucht vom Tau sind, das ist einfach großartig." Doch für den 25 jahre alten Mountainbiker macht einen großen Teil der Faszination seines Hobbys aus, den Wald zu erleben. Dass der Sport immer populärer wird, hat nicht nur Vorteile für die "Bergradler".

Information
Mountainbiken in OWL

  • Ein Großteil der insgesamt 53 Radsportvereine in OWL bietet für Mountainbike-Interessierte vor allem Cross-Country-Touren an.
  • Die Strecken auf Asphalt-, Schotter- und Waldwegen sind meist zwischen 20 und 100 Kilometer lang.
  • Der Radtreff Borchen richtet seit einigen Jahren den CTF-Cup OWL (Country-Touren-Fahren) aus. Ein halbes Jahr lang messen sich Fahrer auf verschiedenen Strecken in ganz OWL.
  • Sämtliche Vereine samt Ansprechpartner sind im Internet zu finden unter www.radsportbezirk-owl.de.
  • Touren als Download gibt es nach kostenloser Anmeldung unter www.gps-tour.info. Wichtig dabei: unbedingt darauf achten, ob es sich um eine legale Strecke handelt.

400 sind sie allein in Bielefeld, im Alter von 14 bis 50 Jahren. Der Name der Sportart verrät, wo sie am liebsten unterwegs sind. "Wir brauchen für unsere Sportart Berge", sagt Blomeyer, seit fünf Jahren Mountainbiker. "Es geht darum, Hindernisse zu überwinden." Das können Baumwurzeln, abschüssige Hänge oder enge Kurven sein.

Auch in den verschiedenen Disziplinen des Mountainbikings ist der Name Programm: Cross-Country-Touren führen über längere Entfernungen "durch das Gelände", beim Downhill geht es auf engen Strecken "den Hügel hinunter".

Obwohl Blomeyer seine Mitradler zu Höflichkeit aufruft, hat der Sport kein gutes Image. "Es gibt sicher schwarze Schafe, die durch den Wald brettern", sagt er. "Aber für die meisten steht das Erlebnis im Vordergrund, beim Fahren völlig die Kontrolle zu haben, aber auch die Konsequenzen aller Entscheidungen selbst tragen zu müssen." Besonders Ersteres fehle vielen im Alltag, weshalb besonders Jugendliche zunehmend "das Extreme" suchten.

Kein großes Angebot an Downhill-Strecken

Dafür braucht es die richtige Ausrüstung. "Wichtig sind vor allem die Bremsen", sagt Stephan Zöllner, Leiter der Mountainbike-Abteilung beim Bielefelder Radsportclub (RC) Zugvogel. Anfänger sollten ihre Räder, sofern vorhanden, beim Fachhändler für den Einsatz im Gelände prüfen lassen, rät der frühere Profifahrer.

Biker Johannes Blomeyer. - © FOTO: NW
Biker Johannes Blomeyer. | © FOTO: NW

Möglichkeiten zu fahren schafft der Verein bei regelmäßigen Trainingstreffs an verschiedenen Punkten im Teutoburger Wald. Beliebt sei beispielsweise die Strecke "Rund um Bielefeld". "Da ist von Schotterwegen über asphaltierte Straßen bis hin zu Pfaden abseits der Wege alles dabei", sagt Zöllner.

Insgesamt gibt es in OWL 53 Radsportvereine. Viele von ihnen bieten Mountainbiken an. Regelmäßige Touren durchs Gelände werden unter anderem von Radclubs in Rödinghausen, Herford oder Borchen im Kreis Paderborn angeboten.

Norbert Lages. - © FOTO: NW
Norbert Lages. | © FOTO: NW

Die Sportart hat allerdings ein Problem. Downhill-Strecken, auf denen legal gefahren werden darf, gibt es kaum. Förster befürchten - zu Recht, wie Blomeyer findet - Schäden am Wald. Waldbesitzer sehen die Fahrer bei sich ungern, weil sie im Falle von Unfällen haften. "Wir fahren viel auf Wanderwegen", sagt Blomeyer. Für Einsteiger lohnt sich daher die Kontaktaufnahme mit Vereinen. "Wir wissen, wo wir fahren können und dürfen", sagt Norbert Lages, Vorsitzender des Radtreffs Borchen.

2012 hat Blomeyer mit einigen Gleichgesinnten die Initiative "Legalisierung Mountainbike-Strecke Bielefeld" gegründet. Im Dialog mit Erhard Oehle, zuständig für den Forstbetriebsbezirk Bielefeld, Siegfried Wiesbrock vom Waldbauernverband Bielefeld und Stephan Zöllner versuchen sie, eine für alle Beteiligten geeignete Lösung zu finden. "Ich habe von denen nie gehört: ,Das geht nicht?, obwohl sie dazu jedes Recht hätten", sagt Blomeyer.

Ein Konzeptentwurf für eine Strecke liege dem Rat vor, sagt Stephan Zöllner. "Wir wollen dann gemeinsam schauen, wo eine solche Strecke entstehen könnte", sagt Zöllner. Einige Mountainbiker und Mitglieder der Initiative sind bereits in den RC Zugvogel eingetreten.

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