OWL Der Justiz gehen die Männer aus

Frauenanteil bei Bewerbungen liegt bei 80 Prozent / Behördenleiter im OLG-Bezirk in Sorge

Hamm/Bielefeld. Gerichte und Staatsanwaltschaften in Nordrhein-Westfalen suchen verzweifelt nach hochqualifiziertem Nachwuchs. Vor allem die Zahl der männlichen Bewerber ist stark im Sinkflug. Hervorragende Juristen, die in ihren Staatsexamina die von der Justiz als Einstellungskriterium geforderten Spitzennoten schaffen, wollen kaum noch in den öffentlichen Dienst. Wegen der "deutlich besseren Verdienstmöglichkeiten" gehen sie in die freie Wirtschaft oder wandern ins Ausland ab. Manche suchen auch ihr Glück als Richter oder Staatsanwalt in Bayern, "weil dort die Einstellungsbesoldung höher ist". Mit deutlichen und in dieser Offenheit selten erlebten Worten haben der Präsident des Oberlandesgerichts Hamm (OLG), Johannes Keders, und Manfred Proyer, Leiter der Hammer Generalstaatsanwaltschaft, bei einem gemeinsamen Pressegespräch die personelle Entwicklung kommentiert...

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