Mehrheit: Rund 64 Prozent der deutschen Autofahrer sprechen sich für ein gesetzlich verankertes Rauchverbot in Autos aus. - © picture alliance / dpa Themendienst
Mehrheit: Rund 64 Prozent der deutschen Autofahrer sprechen sich für ein gesetzlich verankertes Rauchverbot in Autos aus. | © picture alliance / dpa Themendienst

Düsseldorf/Detmold Bald könnte Rauchen im Auto verboten sein

Mehrere FDP-Minister unterstützen den Vorstoß des Detmolder SPD-Landtagsabgeordneten Dennis Maelzer. Jetzt soll das Thema sogar in der nächsten Konferenz der Gesundheitsminister der Länder behandelt werden

Lothar Schmalen

Düsseldorf/Detmold. Die Initiative des Detmolder SPD-Landtagsabgeordneten Dennis Maelzer für ein Rauchverbot in Autos, in denen Kinder mitfahren, erfährt immer mehr Zustimmung. Inzwischen unterstützt auch NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) die Idee. Weniger Tage vorher hatte bereits der Gesundheitsminister der Jamaika-Koalition aus CDU, Grünen und FDP in Schleswig-Holstein, Heiner Garg (FDP), seine Unterstützung für eine ähnliche Initiative der oppositionellen SPD-Fraktion im Kieler Landtag bekundet. Jetzt soll das Thema sogar in der nächsten Konferenz der Gesundheitsminister der Länder Ende Juni behandelt werden. Verbot zum Schutz von Kindern „Rauchen im Auto mit Kindern ist ein Irrsinn. Wer das nicht begreift, für den könnte ein Verbot der richtige Weg sein", sagte Garg. Er werde bei der Gesundheitsministerkonferenz „mögliche weitergehende Maßnahmen mit anderen Ländern erörtern". Dennis Maelzer, familienpolitischer Sprecher der ebenfalls oppositionellen Düsseldorfer SPD-Landtagsfraktion, hatte einen entsprechenden Antrag Mitte Mai in den NRW-Landtag eingebracht. Sein Ziel ist eine Bundesratsintiative für ein Gesetz, das das Rauchen in Autos, wenn Minderjährige an Bord sind, untersagt. In der Plenarsitzung des Landesparlaments hatte die CDU-Regierungsfraktion das Anliegen noch eher mit Spott überzogen. Dennoch war der Antrag zur weiteren Beratung an den Landtagsausschuss für Familie, Kinder und Jugend überwiesen werden. In der nächsten Sitzung des Gremiums in der vergangenen Woche hatte dann FDP-Familienminister Stamp seine Sympathie für die Initiative signalisiert – zumindest für die SPD-Fraktion eine Überraschung. Schnellschuss ist unangebracht „Es freut uns sehr, dass Minister Stamp unser Anliegen unterstützt. Kleine Kinder können sich nicht wehren, wenn in den Autos gebraucht wird, tragen aber das höchste gesundheitliche Risiko", sagte Maelzer. Stamp wies allerdings auch darauf hin, dass ein solch massiver Eingriff in die Privatsphäre wohl überlegt sein müsse. „Ein Schnellschuss ist unangebracht." Auch im Bundestag unterstützt eine Gruppe von Abgeordneten unterschiedlicher Parteien die Initiative, darunter der SPD-Abgeordnete Lothar Binding und der CDU-Parlamentarier Rudolf Henke. Allerdings kämpfen die Initiatoren noch um eine Mehrheit. Noch sperre sich die CDU-Fraktionsspitze im Bundestag gegen eine Gesetzesinitiative, sagte der SPD-Abgeordnete Binding. Nächstes Treffen: Nichtraucher-Frühstück Um weitere Überzeugungsarbeit zu leisten, habe er für den 28. Juni Abgeordnete aller Fraktionen zu einem „Nichtraucher-Frühstück" eingeladen, so der Heidelberger, in dessen Wahlkreis sich das Deutsche Krebsforschungszentrum befindet. Die Wissenschaftler machen seit langem auf die Gefährdung durch Zigarettenqualm aufmerksam.

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