Bekommen die ländlichen Gebiete in OWL endlich schnelleres Internet? - © picture alliance / dpa Themendienst
Bekommen die ländlichen Gebiete in OWL endlich schnelleres Internet? | © picture alliance / dpa Themendienst

Düsseldorf Masterplan soll NRW endlich schnelles Internet bringen

Minister Andreas Pinkwart will Schulen und Gewerbegebiete bis 2021 und Privathaushalte bis 2025 flächendeckend ans Glasfasernetz anschließen

Lothar Schmalen

Düsseldorf. Vor allem für den ländlichen Raum in NRW und besonders in OWL ist schnelles Internet für die Nutzer bislang eher eine Leidensgeschichte. Jetzt hat die schwarz-gelbe Landesregierung angekündigt, mit einem Masterplan beim Ausbau des schnellen Internets aufs Tempo zu drücken. Dabei setzt Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP) nicht mehr auf die Ziele früherer Jahre, nämlich ein Netz mit einer Datengeschwindigkeit von 50 Mbit pro Sekunde zu erreichen, sondern auf einen flächendeckenden Ausbau des noch viel schnelleren Glasfasernetzes. Bis 2025 sollen alle Haushalte in NRW Zugang zu einer solchen Glasfaserleitung haben, bis 2021 bereits soll jede Schule und jedes Gewerbegebiet in NRW an das Glasfasernetz angeschlossen sein. Um den Ausbau voranzubringen, richtet das Land in jedem der fünf Regierungsbezirke Geschäftsstellen ein. Die sollen unter dem Namen "Gigabit.NRW" auf Kommunen und Kreise zugehen, um sie beim Ausbau des schnellen Internets und bei der Digitalisierung von Schulen, Verwaltung und Wirtschaft zu begleiten. Jede dieser Geschäftsstellen werde über sieben "Fördermanager" verfügen, kündigte die Detmolder Regierungspräsidentin Marianne Thomann-Stahl (FDP) an. 2 Milliarden Euro vom Land Um den Ausbau des Leitungsnetzes voranzutreiben, will das Digitalministerium Anfang Juli die Spitzen der Telekommunikationsmedien zu einem Gigabit-Gipfel nach Düsseldorf einladen. Ziel ist es, ein Arbeitsprogramm mit den Unternehmen zu entwickeln, um es dann umzusetzen. Schnelles Internet soll es aber auch in den Bereichen geben, in denen der Ausbau für IT-Unternehmen zunächst nicht rentabel ist. Hier soll eine milliardenschwere öffentliche Förderung besser greifen als bisher. Insgesamt stehen bis 2025 sieben Milliarden Euro für die Digitalisierung zur Verfügung, davon mindestens fünf Milliarden Euro für den Ausbau gigabitfähiger Leitungen. Das meiste Geld dabei sind EU- und Bundesmittel, das Land selbst steuert nach Pinkwarts Angaben zwei Milliarden Euro bei. Bislang sind zehn Prozent der NRW-Fläche mit einem Glasfasernetz ausgestattet. Das alte Ziel der früheren rot-grünen Landesregierung, in NRW bis Ende 2018 flächendeckend einen Datenfluss mit einer Geschwindigkeit von 50 Mbit/Sek. zu erreichen, ist nach Aussage von Pinkwart nicht mehr zu erreichen. Bislang habe NRW bei den 50-Mbit-fähigen Leitungen eine Abdeckung von 83 Prozent. Im Laufe dieses Jahres soll ein landesweiter Gigabit-Atlas den Stand des Netzausbaus transparent machen. ¦ Kommentar

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