NRW Polizei ermittelt gegen 335 Auto-Raser in NRW

Zwei Männer stehen nach dem Tod einer Radfahrerin vor Gericht. Zum „Car-Freitag“ muss wieder mit Treffen gerechnet werden.

Yvonne Glandien

Bielefeld. Gegen 335 Raser hat die Polizei in NRW im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit illegalen Autorennen ermittelt, 29 mehr als im Vorjahr. In 32 Fällen sei es laut dem Landesamt für Polizeiliche Dienste in Folge der Rennen zu Verkehrsunfällen gekommen. Seit Oktober vergangenen Jahres gelten verschärfte Sanktionen für verbotene Rennen. Allein die Teilnahme an einem Rennen kann mit bis zu zwei Jahren Haft bestraft werden. Wird jemand bei einem Rennen schwer verletzt oder getötet, drohen den Verursachern bis zu zehn Jahre Haft. Am Montag beginnt vor dem Kölner Landgericht ein Revisionsprozess gegen zwei junge Männer, die bei einem Rennen den Tod einer Radfahrerin verschuldet haben sollen. Sie waren wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hat das Urteil teilweise aufgehoben, weil er die Aussetzung zur Bewährung für nicht angemessen hielt. BGH kippte bereits anderes Raser-Urteil Erst vor Kurzem hatte der Bundesgerichtshof ein Urteil gekippt, nach dem zwei Raser wegen Mordes ins Gefängnis sollten. Die Karlsruher Richter sahen es jedoch nicht als erwiesen an, dass die Männer den unbeteiligten Autofahrer vorsätzlich getötet hatten. 2005 hatte es am Karfreitag in Bielefeld einen tragischen Unfall gegeben. Bei einem Rennen in Bielefeld starb damals eine 25-Jährige. Elf weitere Personen wurden verletzt. Bei einem illegalen Autorennen fuhr ein Wagen ungebremst in die Zuschauergruppe. Der Freitag vor Ostern wird in der Tuner-Szene auch „Car-Freitag" genannt und für die Präsentation ihrer Autos genutzt. „Der Car-Freitag hat für die Szene offenbar eine große Bedeutung", sagt Ralf Collatz vom ADAC Ostwestfalen-Lippe. Aber der Überwachungsdruck sei zu spüren, die großen Treffen ließen nach. So hatte Paderborn im vergangenen Jahr erstmals ein Versammlungsverbot der Tuning-Szene verfügt. Damit sollte die Einhaltung des Feiertagsgesetzes gewährleistet werden. In den Jahren zuvor hatten sich dort mehr als 2.000 Tuner getroffen. "Treffen können sich verlagern" „Solch eine Verfügung muss man auch überwachen und durchsetzen. Die Szene ist nicht statisch und die Treffen können sich verlagern", sagt Collatz. Ein Teil der Tuner-Gruppe hatte ihr OWL-Treffen am „Car-Freitag" nach Schlangen in Lippe verlegt. Auch außerhalb des Autotages vor Ostern werden in OWL immer wieder illegale Autorennen veranstaltet. Es gebe sicher eine hohe Dunkelziffer, sagt Collatz. „Die Polizei kann nicht überall sein", auch wenn sie versuche, mit Hilfe von sozialen Netzwerken zu verfolgen, wann und wo Treffen geplant sind.

realisiert durch evolver group