Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist rückläufig - die Aufklärungsqoute ist trotzdem noch verbesserungsfähig - Symbolbild. - © picture alliance / dpa Themendienst
Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist rückläufig - die Aufklärungsqoute ist trotzdem noch verbesserungsfähig - Symbolbild. | © picture alliance / dpa Themendienst

Düsseldorf Weniger Straftaten - Menschen in OWL leben sicherer

Kriminalität 2017: Die Gefahr, Opfer einer Straftat zu werden, ist hier geringer als im Landesschnitt. Die schlechte Nachricht: Deutlicher Anstieg bei sexueller Gewalt in NRW

Lothar Schmalen

Düsseldorf. Die Zahl der Straftaten in NRW ist weiter zurückgegangen. Sie lag im Jahr 2017 bei 1,37 Millionen, das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 6,5 Prozent. Mit durchschnittlich 52,3 Prozent habe die Aufklärungsquote außerdem so hoch gelegen wie schon seit fast 60 Jahren nicht mehr, erläuterte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU). Die sicherste Region in Nordrhein-Westfalen ist Ostwestfalen-Lippe. Dies lässt sich an den sogenannten „Opfergefährdungszahlen" ablesen. Damit ist gemeint, wie hoch die Gefahr ist, Opfer einer Straftat zu werden. Die Polizei errechnet zu diesem Zweck, wie viele Opfer es pro 100.000 Einwohner in einer Region gibt. Im NRW-Schnitt sind 2017 1.376 Menschen pro 100.000 Einwohner, also 1,37 Prozent, Opfer von Straftaten geworden. In OWL liegt dieser Wert bei lediglich 935, also knapp unter einem Prozent. Höhere Opfergefährdungszahl in Großstädten Am sichersten sind nach dieser Berechnungsmethode der Kreis Minden-Lübbecke (748) und Lippe (810). Der Kreis Minden-Lübbecke ist danach sogar der sicherste Kreis in ganz NRW. Wenig überraschend: Die Opfergefährdungszahl in der Großstadt Bielefeld ist mit 1.313 pro 100.000 Einwohnern höher als im ländlichen OWL-Raum, liegt aber immer noch unter dem NRW-Durchschnitt. Den schlechtesten Wert weisen übrigens Köln (2.252 Opfer pro 100.000 Einwohner) und Dortmund (2.081) auf. Zum Rückgang der Kriminalität insgesamt hat auch der deutliche Rückgang (-25,7 Prozent) bei den Wohnungseinbrüchen gesorgt. Bei 46,3 Prozent der insgesamt noch 39.057 Fälle blieb es beim Versuch, weil die Täter nicht in die Wohnungen gelangten oder nichts entwendeten. Die Aufklärungsquote ist zwar auf 16,7 Prozent gestiegen, ist aber immer noch gering. Reul: „Wohnungseinbrüche sind schwer aufzuklären, weil professionelle Täter häufig keine oder nur wenige Spuren hinterlassen." Detaillierte Zahlen legte Innenminister Reul auch zum Thema Ausländerkriminalität vor. So ist der Anteil der Ausländer unter den Tatverdächtigen im Jahr 2017 zwar von 34,4 auf 32 Prozent gesunken, doch liegt er immer noch deutlich höher als der Anteil, den die Ausländer an der Bevölkerung in Deutschland ausmachen (12,4 Prozent). Bei bestimmten Delikten ist der Anteil sogar noch deutlich höher: Bei Sexualstraftaten beträgt er 37 Prozent, bei Wohnungseinbrüchen 46,5 Prozent und bei Taschendiebstählen sogar 77 Prozent. Innenminister Reul betonte, dass das Problem der Ausländerkriminalität, das stark durch einreisende Banden geprägt sei, nichts mit der Flüchtlingsproblematik zu tun habe. Der Anteil der Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen beträgt 8,7 Prozent. Die Zahl der Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen sei 2017 von 47.754 auf 39.696, also um 16,9 Prozent, zurückgegangen. Mehr sexuelle Nötigungen und Vergewaltigungen Schlechte Nachrichten gab es im Bereich Sexualstraftaten. Zwar sei der deutliche Anstieg in diesem Bereich um 24,2 Prozent in starkem Maß durch eine Neufassung der entsprechenden Gesetzesbestimmungen – auch sexuelle Belästigungen werden jetzt mitgezählt – verursacht, erläuterte Reul. Doch gebe es einen deutlichen Anstieg bei den schweren Delikten, also sexueller Nötigung und Vergewaltigung. Hier zählte die Polizei 2.553 Fälle, das sind zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Besonders unerfreulich ist, dass gerade bei den Sexualstraftaten die Aufklärungsquote von 77,8 auf 75,5 Prozent zurückgegangen ist. Immerhin wurden 82 Prozent der Vergewaltigungen und sexuellen Nötigungen aufgeklärt.

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