Thomas Röckemann ist erster Sprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen. - © picture alliance
Thomas Röckemann ist erster Sprecher der AfD in Nordrhein-Westfalen. | © picture alliance

Düsseldorf AfD-Politiker reisen nach Syrien

„Privater Besuch“: Landesvorsitzender Röckemann weiß schon vor der Ankunft, dass die Situation dort „enspannter ist, als man glauben soll“

Lothar Schmalen

Düsseldorf. Eine Gruppe von AfD-Abgeordneten aus NRW-Landtag und Bundestag weilt seit Montag in Syrien, darunter auch der Mindener AfD-Landesvorsitzende Thomas Röckemann und der Gütersloher Bundestagsabgeordnete Udo Hemmelgarn. Geleitet wird die Delegation der deutschen Nationalisten vom Rechtsaußen der AfD-Landtagsfraktion, Christian Blex. Der Wadersloher gehörte auch schon zu der Gruppe von AfD-Politikern, die kürzlich auf die von Russland besetzte ukrainische Halbinsel Krim reiste und sich den Vorwurf gefallen lassen musste, sich dort zum Instrument der russischen Propaganda gemacht haben zu lassen. Wollen gucken, ob Syrien sicher ist Die Reise nach Syrien sei privat und werde von den Abgeordneten selbst bezahlt, heißt es aus dem Büro von Blex. Die Abgeordneten wollen bei ihrer Reise nach Damaskus, Aleppo und Homs offenbar Erkenntnisse darüber gewinnen, ob Syrien als sicheres Herkunftsland für Flüchtlinge eingestuft werden könne oder nicht. In Syrien tobt bekanntlich seit Jahren ein blutiger Bürgerkrieg mit hunderttausenden Toten und Millionen Kriegsflüchtlingen. Dagegen meinte der AfD-Landtagsabgeordnete und Landesvorsitzende Thomas Röckemann in einem Interview mit dem rechtsextremistischen Internetmagazin compact-online schon vor seiner Ankunft in Syrien wissen zu können, die Lage dort sei „entspannter als man glauben soll". Und Blex ergänzt: „Natürlich ist es schön, Bilder von Menschen zu machen, die sich für den Wiederaufbau ihrer Heimat engagieren, statt von jungen Männern, die Frauen und Kinder zurücklassen, um rechtswidrig bei uns einzuwandern." Schon einen Tag nach der Ankunft der AfD-Politiker allerdings verbreitet die Partei Formulierungen, die der syrisch-russischen Kriegspropaganda entnommen sein könnten: Man wolle sich über die Situation „in den von den Terroristen befreiten Gebieten" erkundigen. Röckemann spricht von „terroristischen Banden", die „zu feige" seien, „offen uniformiert zu kämpfen", verliert aber kein Wort über Giftgasbomben der syrischen Assad-Truppen.

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