Sollen in Kürze nach Hengelo rollen: Die neuen Mehrsystem-Triebwagen der Eurobahn. - © Eurobahn
Sollen in Kürze nach Hengelo rollen: Die neuen Mehrsystem-Triebwagen der Eurobahn. | © Eurobahn

Bielefeld/Unna Zugausfälle und Verspätungen: Politik mahnt Eurobahn ab

Die Verbandsversammlung des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe setzt eine Frist bis Ende März für Verbesserungen. Weitere Schritte können folgen

Matthias Bungeroth

Bielefeld/Unna. Zugausfälle, Verspätungen und mangelhafte Fahrgastinformation: Die Mängelliste, die die Mitglieder der Verbandsversammlung des Zweckverbands Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) den Vertretern der Eurobahn in ihrer Sondersitzung vorhalten, ist lang. Entsprechend einmütig ist dann auch das Votum, mit dem die Sondersitzung des Gremiums in Unna zu Ende geht. Ohne Gegenstimmen und Enthaltungen wird das Eisenbahnunternehmen abgemahnt. Zugausfälle sollen bis 31. März abgestellt werden Bereits seit Wochen fallen im Teutoburger-Wald-Netz, das seit Anfang Dezember 2017 von der Eurobahn (Keolis Deutschland GmbH & Co. KG) bedient wird, Züge wegen Engpässen beim Personal oder technischen Problemen aus", erklärt dazu der NWL nach der Sitzung. „Abgesehen von den negativen Auswirkungen für die betroffenen Fahrgäste verletzt dieser Zustand massiv und anhaltend die vertraglich vereinbarten Regelungen mit der Eurobahn und führt bereits zu erheblichen Sanktionen zu Lasten des Unternehmens", heißt es weiter. Die Verbandsversammlung folgt dann einmütig der Beschlussempfehlung, über die die Neue Westfälische exklusiv berichtete. Wichtigste Punkte: Die Zugausfälle sollen bis zum 31. März weitgehend abgestellt werden, der Zugverkehr bis Hengelo in den Niederlanden rollen und die Fahrgastinformationen entscheidend verbessert werden. „Ich bin froh, dass wir ein eindeutiges Signal gesendet haben", sagt Kurt Kalkreuter, Verbandsvorsteher des Verkehrsverbundes Ostwestfalen-Lippe (VVOWL) und stellvertretender Vorsitzender der Verbandsversammlung des NWL. Fehler eingeräumt In den Beratungen nimmt Magali Euverte, Vorsitzende Geschäftsführerin Keolis Deutschland, ausführlich zu den Vorwürfen Stellung und räumt Fehler im Betriebsablauf beim Betrieb der fünf Linien des Teutoburger-Wald- Netzes ein. Sie kündigt an, dass die acht neuen Züge vom Typ Stadler Flirt ab dem 26. Februar voll einsatzfähig sein werden und im grenzüberschreitenden Betrieb bis Hengelo zur Verfügung stehen sollen. „Unvorhersehbare Störungen an den Fahrzeugen" hätten zu der Verzögerung beim Einsatz geführt. Wie bereits berichtet, sollen auch in den anderen kritisierten Bereichen, unter anderem bei der Personalausstattung und dem Beschwerdemanagement, rasch Verbesserungen greifen, wie Euverte ankündigt. Ebenso sollen Kunden Erstattungen für ausgefallene Fahrten erhalten. Probleme auch auf anderen Strecken „Der Unmut bei den Fahrgästen ist außerordentlich groß, sie sind auf 180", beschriebt Rainer Engel vom Fahrgastbeirat des VVOWL. Mit dem jetzigen Beschluss sei das Machbare getan worden. „Mehr ist rechtlich nicht drin." Engel und Kalkreuter machen zugleich deutlich, dass die aktuellen Probleme nicht nur im Teutoburger-Wald-Netz, sondern auch auf anderen Strecken auftreten, die die Eurobahn bedient, so etwa für das Dieselnetz, das unter anderem den Kreis Lippe anbindet. „Die Eurobahn ist zu schmal aufgestellt für die auftretenden Probleme", sagt Engel. Dies habe sich nach dem Sturm „Friederike" gezeigt. Hier sei die Eurobahn auch Tage später nicht in der Lage gewesen, einen Ersatzfahrplan im Internet zu veröffentlichen, so Engel. „Dies zeigt, dass die Kapazitäten in der Verwaltung nicht ausgereicht haben, um eine Krise intern zu managen", so Engel. Er erkennt zugleich aber auch an, dass das Unternehmen seit einigen Tagen Echtzeiten seiner Züge veröffentliche.

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