Nach und nach will die Deutsche Bahn die Bodycams in ganz NRW einsetzen. - © picture alliance / Horst Galuschka/dpa
Nach und nach will die Deutsche Bahn die Bodycams in ganz NRW einsetzen. | © picture alliance / Horst Galuschka/dpa

Köln Deutsche Bahn will Bodycams in ganz NRW einsetzen

Eine zweimonatige Pilotphase am Kölner Hauptbahnhof hatte gute Ergebnisse gezeigt

Köln (dpa). Nach den guten Erfahrungen mit Bodycams für ihr Sicherheitspersonal will die Deutsche Bahn die Kameras schrittweise landesweit auf den Bahnhöfen einsetzen. Die am Oberkörper getragenen Kameras dienten vor allem dem Schutz der Mitarbeiter, erklärte ein Sprecher der Bahn. Während einer zweimonatign Pilotphase am Kölner Hauptbahnhof sei kein einziges Team der Bahn angegriffen worden, während es eine Bodycam bei sich hatte. Im ganzen Jahr 2016 gab es dagegen 450 Übergriffe auf DB-Mitarbeiter in NRW, ein Jahr zuvor waren es noch 90 weniger. Zahlen für Köln liegen nicht vor. Auch einen Zeitplan für das Ausrollen gibt es bei der Bahn noch nicht. In Bayern will die Bahn ebenfalls potenzielle Angreifer nun mit Bodycams für ihr Sicherheitspersonal abschrecken. Zunächst wird in Nürnberg getestet, später sollen die Geräte auch in München eingesetzt werden. Aufnahme nur nach vorheriger Ankündigung Der Gebrauch der Bodycams erfolgt laut Bahn in drei Stufen: Zunächst versuche der Sicherheitsmitarbeiter eine brenzlige Situation durch Zureden zu entschärfen. Wenn eine Eskalation drohe, werde der Monitor der Kamera eingeschaltet - die womöglich gewaltbereite Person könne sich dann auf dem Bildschirm der Bodycam sehen. Wenn das nicht hilft, drückt der Mitarbeiter auf den Aufnahmeknopf, nachdem er dies zuvor angekündigt hat. Das verschlüsselte Videomaterial wird nach Bahnangaben gespeichert und auf einen geschützten Server übertragen, auf den nur die Bundespolizei zugreifen kann, sagte ein NRW-Bahnsprecher. In Zügen und außerhalb des Bahnhofs dürften Mitarbeiter der DB Sicherheit aus datenschutzrechtlichen Gründen keine Bodycams tragen. Die Körperkameras wurden zunächst acht Monate in Berlin getestet, dann zwei Monate in Köln. Die Universität Oldenburg begleitete die Pilotprojekte. Im gesamten Testverlauf hatte es keinen einzigen Angriff auf Mitarbeiter der DB Sicherheit gegeben, die Bodycams getragen hätten, wie es hieß.

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