In OWL sorgen die Städte und Karnevalsvereine gemeinsam mit Sicherheitsfirmen, der Polizei und Feuerwehr für die Sicherheit der Karnevalisten. - © picture alliance / Friso Gentsch/dpa
In OWL sorgen die Städte und Karnevalsvereine gemeinsam mit Sicherheitsfirmen, der Polizei und Feuerwehr für die Sicherheit der Karnevalisten. | © picture alliance / Friso Gentsch/dpa

Bielefeld Sicherheit an Karneval: So sorgen die Hochburgen in OWL vor

Straßensperren, Warnungen und Kontrollen

Angela Wiese

Bielefeld. In Ostwestfalen-Lippe feiern bis Rosenmontag Zehntausende Menschen Karneval. Gemeinsam mit den Karnevalsvereinen, der Polizei und Feuerwehr sorgen die Städte dafür, dass die Narren sicher feiern können. Auch Straßensperren und die Warnung vor K.O.-Tropfen gehören dazu. Mit bis zu 25.000 Besuchern rechnet die Grafschaftler Karnevalsgesellschaft in Rietberg. Nicht nur am Rosenmontag, sondern schon zu Weiberfastnacht wird die Stadt zur Partymeile. Mit Betonklötzen und Fahrzeugen werden bestimmte Straßen in Rietberg mit Barrieren versehen. Straßen also, auf denen Fahrzeuge Geschwindigkeit aufnehmen und in eine Menge rasen könnten. Barrieren an den Umzügen Solche Barrieren wird es auch in anderen Karnevalshochburgen der Region geben, etwa in Steinheim, wo zum großen Umzug rund 20.000 Menschen erwartet werden oder in Paderborn, wo die Stadt bei gutem Wetter mit bis zu 30.000 Besuchern rechnet, der Karnevalsverein gar mit 50.000. Die Sperren gehörten auch im Februar 2017, kurz nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt mit zwölf Toten und 70 Verletzten, zum Sicherheitskonzept der Karnevalshochburgen in OWL. Polizei und Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen und Ordnungsämtern kümmern sich um die Umzüge. An bestimmten Stellen werden in den Städten Einsatzleitstellen eingerichtet. So auch in Delbrück, wo allein für Rosenmontag bis zu 15.000 Besucher erwartet werden. "Die Feuerwehr begleitet die Wagen des Zuges", sagt Kathrin Brodhag, die im Delbrücker Fachbereich Bürgerdienste zuständig ist für Großveranstaltungen. Die Zugstrecken am Sonntag und Montag werden laut Brodhag vorher noch einmal abgefahren und gecheckt. Glasverbot in Rietberg Sicherheitskräfte, die darauf achten, dass niemand unter die Wagen gerät und die Zuschauer hinter den Absperrungen bleiben, sind ebenfalls fester Bestandteil der Sicherheitskonzepte. In den meisten Fällen sind die Karnevalsvereine Veranstalter und engagieren als solche auch einen Sicherheitsdienst. Beim Stukenbrocker Karnevalsumzug ist erstmals die Stadt der Veranstalter. Neben Ordnern des Sicherheitsdienstes laufen hier auch Mitarbeiter der Stadt beim Umzug mit, sagt Pascal Lideck, stellvertretender Leiter des Ordnungsamtes Schloß Holte-Stukenbrock. "Es gibt eine Regel: Jeder ist für sich selbst verantwortlich", sagt Klaus Ebbesmeier, Zugleiter der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft in Rietberg. Dennoch gibt es kleinere Auflagen auch für Besucher. In Rietberg gibt es seit fünf Jahren ein Glasflaschenverbot für Besucher, das auch in diesem Jahr gelte. An den Zugängen kann es Besuchern passieren, dass sie kontrolliert werden. "Seitdem wir dieses Verbot haben, gibt es deutlich weniger Verletzungen an Karneval", sagt Ebbesmeier. So ein striktes Verbot von Glasflaschen an den Karnevalstagen ist eher die Ausnahme in OWL. Dass auf den Wagen keine "harten Sachen" getrunken werden dürfen, ist dagegen auch anderswo die Regel. Polizei Gütersloh warnt vor K.O.-Tropfen Die Polizei warnt Karnevalisten ausdrücklich davor, betrunken Auto zu fahren. Für den Kreis Gütersloh kündigen die Beamten an, zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch Autofahrer verstärkt auf Alkohol kontrollieren zu wollen, nicht nur abends oder nachts. Denn viele Autofahrer würden laut Polizei die Gefahren des Restalkohols im Blut nach einer durchfeierten Nacht unterschätzen. Die Gütersloher Polizisten warnen außerdem vor K.O.-Tropfen in offenen Getränken. "So etwas kommt immer mal wieder vor", sagt eine Sprecherin. Die Polizei betreibe deshalb Vorsorge und verteile Infokarten und Plakate zum Thema. Besonders zu Karneval sei es besonders leicht, jemandem heimlich K.O.-Tropfen ins Glas zu geben. Solche Drogen würden häufig gezielt für sexuelle Übergriffe auf Frauen und Männer eingesetzt. K.O.-Tropfen seien geruchs- und geschmacksneutral. Betroffene würden zunächst aufgedreht wirken, später dann über Übelkeit und Schwindel klagen. Bei all den Sicherheitsvorkehrungen und Straßenbarrieren, die die Beteiligten im Blick haben, soll der Spaß nicht zu kurz kommen, findet Klaus Ebbesmeier von den Rietberger Karnevalisten: "Wir lassen uns den Spaß nicht verderben."

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