Einen ICE wird man aktuell am Bielefelder Hauptbahnhof nicht zu sehen bekommen. - © picture alliance / dpa
Einen ICE wird man aktuell am Bielefelder Hauptbahnhof nicht zu sehen bekommen. | © picture alliance / dpa

Bielefeld Auch bei Zugausfällen gibt es Fahrgastrechte

Experte: Wer einen bestimmten Zug gebucht hat, der nicht fährt, kann kostenlos stornieren

Jürgen Mahncke
Matthias Bungeroth

Bielefeld. Bis zum Freitag fährt kein ICE den Bielefelder Hauptbahnhof an. Weil an Brücken zwischen Minden und Löhne gebaut wird, wurden sämtliche Züge in Richtung Dortmund und Hannover gestrichen. Trotzdem gab es einige nicht informierte Reisende, die am Mittwochmorgen ratlos auf die Anzeigentafel starrten und es nicht glauben wollten. Für Fahrgäste Richtung Hannover und Berlin gilt bis Freitag als beste Lösung nur der Ausweg, mit der Westfalenbahn bis Löhne zu fahren. Von dort fährt ein Bus etwa 60 Minuten nach Minden. Hier geht es mit der Bahn weiter Richtung Hannover. Ausfälle und notwendige Umwege Auch im IC-Verkehr gibt es Haltausfälle. Die IC-Linie Dresden – Hannover – Köln fällt zwischen Hannover und Herford in beiden Richtungen ersatzlos aus. „Von Dresden enden die Züge in Hannover, von Köln enden sie in Herford. Der Halt in Minden entfällt", informiert Rainer Engel, Sprecher des Fahrgastverbandes Pro Bahn in Ostwestfalen-Lippe. Die IC-Linie Berlin – Amsterdam verkehrt nur zwischen Berlin und Hannover sowie zwischen Osnabrück und Amsterdam. Die Halte in Bad Oeynhausen und Bünde entfallen deshalb ersatzlos, wie der Bahnexperte berichtet. Fahrgäste haben Recht auf teilweise Fahrpreiserstattung Engel rät deshalb: „Fahrgästen, die Richtung Norddeutschland fahren wollen, wird dringend geraten, auf Verbindungen über Osnabrück nach Hamburg auszuweichen. Fahrgästen in Richtung Süddeutschland wird dringend geraten, die Züge nach Altenbeken und von dort Züge nach Kassel und Göttingen zu nutzen, um Anschlüsse in das ICE-Netz zu finden." Engel weist alle Bahnkunden zudem auf ihre Rechte hin. „Fahrgäste, die bereits gebucht haben, steht das Recht zu, die Fahrkarten kostenfrei zu stornieren." Bei Fahrkarten mit einer Zugbindung müsse dies über das Fahrgastrechte-Formular im Internet erfolgen. „Wer eine Fahrkarte mit Zugbindung gebucht hat und hierfür einen ungültigen Fahrplan erhalten hat, kann mit allen anderen Zügen fahren und zusätzlich die Fahrgastrechte nutzen", betont Engel. Dauere die Fahrt 60 Minuten länger als ursprünglich angegeben, so habe die DB ein Viertel des Fahrpreises zu erstatten, bei 120 Minuten Verlängerung der Reisezeit seien es 50 Prozent des Fahrpreises. „Auch Entgelte für Platzkarten, die nicht genutzt werden, hat die DB zu erstatten."

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