Die Ausbauarbeiten an der A33 stocken, Markierungen, Lärmschutz und Kabel fehlen noch. - © Sarah Jonek
Die Ausbauarbeiten an der A33 stocken, Markierungen, Lärmschutz und Kabel fehlen noch. | © Sarah Jonek

Bielefeld/Steinhagen A-33-Freigabe verschiebt sich auf Frühjahr 2018

Straßenbau: Vier Wochen vor der geplanten Eröffnung des Teilstücks zwischen Bielefeld und Steinhagen gibt es Vertragsprobleme zwischen Bauleitung und Baufirma

Miriam Scharlibbe

Bielefeld/Steinhagen. Acht Kilometer Autobahn - das sollte das Weihnachtsgeschenk für viele Bielefelder und Steinhagener werden. Die Eröffnung des vorvorletzten A33-Abschnitts, der vom Ostwestfalendamm durch Steinhagen bis Halle-Künsebeck führen wird, war für Ende des Jahres geplant. Genau vier Wochen vorher revidiert Straßen NRW jetzt seine Zielsetzung. Eine Fertigstellung in 2017 sei nicht mehr möglich. Noch im Oktober gab sich Sven Johanning, Sprecher des Landesbetriebs, im Gespräch mit dieser Zeitung zielsicher: "Obwohl noch viele Aufgaben anstehen, gehen wird davon aus, dass wir die Autobahn Ende des Jahres eröffnen können", hieß es zum wiederholten Mal. Jetzt die Wende: "Es hat sich abgezeichnet, dass wesentliche Arbeiten einer beauftragten Firma dem Vertrag widersprechend nicht rechtzeitig fertig werden", erklärt Johanning. Bereits vor vier Wochen habe das Unternehmen seine Arbeiten abschließen sollen. Straßen NRW sah sich gezwungen, vertragsrechtliche Schritte zu unternehmen. Der Firma wurde eine neue Frist gesetzt. Probleme mit Baufirma schon in der Vergangenheit Inzwischen ist der Zeitplan nicht mehr zu halten. Im Frühjahr 2018 soll jetzt Eröffnungstermin sein, wann hänge vom Wetter ab. Bisher fehlen noch einige Markierungen, Schilder, Kabel für die Notrufsäulen, Schutzplanken und Lärmschutzwände. Da die Gewerke aufeinander aufbauen, können viele erst beginnen, nachdem andere abgeschlossen sind. Mit welcher Firma es die Probleme gibt, will Johanning nicht sagen. Nach Informationen dieser Zeitung soll die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen aus OWL (Name der Redaktion bekannt) aber bereits in der Vergangenheit schwierig gewesen sein. Solche Firmen können bei der Vergabe öffentlicher Bauvorhaben für einen Zeitraum von Ausschreibungen ausgeschlossen werden. So ein Ausschluss habe zum Zeitpunkt der Vergabe aber nicht bestanden, sagt Johanning und betont, die Fertigstellung der letzten Teile - Anschluss an Halle bis Ende 2018 und der Lückenschluss bis Borgholzhausen bis Ende 2019 - seien nicht gefährdet. Keine Überraschung für Kommunen Harald Grefe, stellvertretender Hauptgeschäftsführer, der IHK Ostwestfalen bedauert den Verzug. "Klar kann man sagen, wir hätten jetzt so lange auf die A33 gewartet, da machen wenige Monate nichts aus, aber für die Unternehmen zählt jeder Tag", so Grefe. "Aufgrund der massiven Stauproblematik auf der B68 fiebern wir der Fertigstellung entgegen. Die Verzögerung ist keine gute Nachricht für die Wirtschaft." Die Verzögerung beim Ausbau des A33-Teilstücks zwischen Bielefeld und Steinhagen hat in den angrenzenden Kommunen niemanden so richtig überrascht. Die Politiker zeigen Verständnis, aber auch Irritation über die Informationspolitik des Landes. Das Aktionsbündnis „A 33 Sofort", das sich als Interessenvertreter aller Kommunen, Firmen und Einwohner für den Lückenschluss einsetzt, kann die Entscheidung der Bauleitung nachvollziehen. „Der A33-Bau ist ein Puzzle aus vielen Tausend Teilen. Deshalb kann der ambitionierte Zeitplan nur gehalten werden, wenn jeder Einzelne seine Ziele erreicht", sagt Sven-Georg Adenauer (CDU), Landrat des Kreises Gütersloh und Vorsitzender des Bündnisses. Bürgermeister zwiegespalten Anne-Elisabeth Rodenbrock-Wesselmann (SPD), Bürgermeisterin der Stadt Halle, betont, sie sehe in ihrer Kommune rasante Baufortschritte. „Ich hätte mir für Steinhagen eine schnellere Entlastung gewünscht, wir in Halle müssen aber sowieso bis zum Ende durchhalten. Die finale Fertigstellung Ende 2019 ist entscheidend." Steinhagens Bürgermeister Klaus Besser (SPD) hat mit der Verzögerung bereits gerechnet, nachdem er den Bau in den vergangenen Wochen beobachtet hat. Negativ bewertet er aber die Kommunikation des Landesbetriebes. „Bis gestern hat Straßen NRW am Termin festgehalten. Das erschüttert doch sehr das Vertrauen in die Aussagen der Behörde."

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