Die Pläne für die medizinische Fakultät in Bielefeld werden konkreter.  - © Jens Reddeker
Die Pläne für die medizinische Fakultät in Bielefeld werden konkreter.  | © Jens Reddeker

Erste Gelder für Medizin-Fakultät in Bielefeld

Lothar Schmalen

Bielefeld. Der Haushaltsentwurf des Landes für 2018 und die weitere mittelfristige Finanzplanung lassen erstmals Rückschlüsse auf die Finanzierung der geplanten neuen Medizin-Fakultät an der Uni Bielefeld zu. Für 2018 stehen zunächst 4,5 Millionen Euro bereit. Dieser Betrag soll bis zum Haushaltsjahr 2021 auf dann 45 Millionen Euro anwachsen. Unklar ist, ob die Fakultät bis dann bereits ihren Betrieb aufnehmen kann. Die Zahlen nannte das NRW-Wissenschaftsministerium auf Anfrage dieser Zeitung. Wissenschaftsministerin Isabell Pfeiffer-Ponsgen (parteilos) berichtete im Wissenschaftsausschuss über den Stand der Planungen für die neue Fakultät. Bekanntlich soll sich der Aufbau der neuen Fakultät am sogenannten „Bochumer Modell" für die Mediziner-Ausbildung orientieren. Das heißt, die akademische Ausbildung an der Universität soll begleitet werden durch eine praktische Ausbildung an verschiedenen Kliniken, mit denen die neue Fakultät kooperieren wird. Im Endausbau sollen an der Fakultät in Bielefeld jährlich bis zu 300 Studienanfänger aufgenommen werden. Einen genauen Zeitplan für den Aufbau der neuen Fakultät nannte die Ministerin nicht. Sie betonte lediglich, das sich erst im Verlauf des Planungsprozesses konkretisieren lasse, wann die ersten Medizinstudenten in Bielefeld beginnen könnten. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hatte zuletzt im Interview mit dieser Zeitung gesagt, er habe sich vorgenommen, dass noch vor Ende der laufenden Landtagsperiode (also vor 2022) die ersten Studenten in Bielefeld mit ihrer Mediziner-Ausbildung beginnen sollen. Laumanns Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales und das Wissenschaftsministerium sollen, so ist es in der Landesregierung vereinbart worden, den Aufbau der neuen Fakultät gemeinsam begleiten. Konzept im Frühjahr 2018 Im Bericht der Ministerin hieß es weiter, die Universität erarbeite gerade ein erstes Konzept für die neue Fakultät. Das Konzept werde alle Bereiche der Hochschulmedizin umfassen. Dazu gehörten Lehre, Forschung, Krankenversorgung, Personal, Infrastruktur und Finanzierung der Fakultät. Das Konzept soll im Frühjahr 2018 vorliegen. Das Konzept soll dem Wissenschaftsrat zur Begutachtung vorgelegt werden. Über die Aufnahme in das Arbeitsprogramm des Wissenschaftsrats werde die Vollversammlung des Wissenschaftsrats voraussichtlich Anfang 2018 entscheiden. Das Ministerium verspricht sich Empfehlungen und Hinweise für den Aufbau der Bielefelder Fakultät. Die Ministerin wies Kritik aus den Reihen von SPD und Grünen, die geplanten Beträge seien zu gering, zurück. Es liege bislang nicht einmal ein etatfähiges Konzept vor. Die Endsumme der mittelfristigen Finanzplanung in Höhe von 45 Millionen orientiere sich an den Zuschüssen für die Medizinische Ausbildung an der Ruhr-Universität Bochum. Die Zuschüsse betrugen 2017 46,3 und sollen 2018 49,7 Millionen Euro betragen. „Wenn das Konzept und damit auch die Kosten genauer vorlägen, könne die Finanzplanung angepasst werden, versicherte die Ministerin.

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