Menschen aus aller Welt: Nach NRW kommen wieder mehr Flüchtlinge, allerdings nicht so viele wie noch 2015 (unser Foto). FOTO: DPA - © Verwendung weltweit
Menschen aus aller Welt: Nach NRW kommen wieder mehr Flüchtlinge, allerdings nicht so viele wie noch 2015 (unser Foto). FOTO: DPA | © Verwendung weltweit

Düsseldorf Zahl der Flüchtlinge in Nordrhein-Westfalen steigt wieder leicht an

Zuwanderung: Das Niveau liegt aber immer noch deutlich unter 2015 und 2016.

Lothar Schmalen

Düsseldorf. Die Zahl der in Nordrhein-Westfalen ankommenden Flüchtlinge liegt zwar nach wie vor deutlich unter dem Niveau der Jahre 2015 und 2016, doch steigt sie langsam wieder an. Nach dem Tiefstand im Juni (2.041) fielen die Monatszahlen im Juli (2.698) und August (3.107) wieder höher aus. Die Gesamtzahl für 2017 beträgt nun 22.453. Im vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres waren es noch 57.060 neu ankommende Flüchtlinge. Die Zahlen legte das NRW-Integrationsministerium am Freitag im Kommunalausschuss vor. Die Syrer stellen mit 20,7 Prozent (4.640 Personen) nach wie vor die größte Herkunftsgruppe unter den Neuankömmlingen, gefolgt von den Irakern (2.685, das sind 12 Prozent) und den Flüchtlingen aus dem westafrikanischen Guinea (1.688, 7,5 Prozent). Der hohe Anteil der Flüchtlinge aus Guinea in Nordrhein-Westfalen fällt auf. Bundesweit beträgt er lediglich zwei Prozent aller Ankömmlinge im Jahr 2017. In ganz Deutschland registrierten die Behörden bis Ende August 2017 insgesamt 106.222 Neuankömmlinge. Die Anzahl der aus den Maghreb-Staaten stammenden Neuankömmlinge in NRW ist dagegen gering. Unter dem 20 wichtigsten Herkunftsländer ist lediglich Marokko mit 1,4 Prozent. Der Anteil der Algerier und Tunesier ist noch geringer. Sind bundesweit zehn Prozent der Neuankömmlinge Afghanen, beträgt der Anteil der Afghanen in Nordrhein-Westfalen lediglich 4,8 Prozent (1.077). 50.193 geduldete Flüchtlinge Insgesamt hat das Land den Kommunen in diesem Jahr bislang 19.271 Flüchtlinge zugewiesen (im gleichen Zeitraum des Vorjahrs: 45.364). In NRW halten sich 50.193 geduldete Flüchtlinge auf, darunter 3.979 in Ostwestfalen-Lippe. Mit 951 Geduldeten ist die Zahl im Kreis Minden-Lübbecke am höchsten, gefolgt von Lippe mit 655. Um die bei der Flüchtlingsaufnahme entstehenden Kosten zu kompensieren, erhalten die Kommunen seit Anfang dieses Jahres pro Flüchtling monatlich 866 Euro (im Jahr: 10.392 Euro). Bislang habe das Land aufgrund dieser Regelung insgesamt 750 Millionen Euro an die Kommunen ausgeschüttet, heißt es in dem Bericht des Ministeriums.

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