Zufrieden: Bürgermeister Andreas Bee. - © Marc Köppelmann
Zufrieden: Bürgermeister Andreas Bee. | © Marc Köppelmann

Bad Lippspringe Bad Lippspringes Bürgermeister zur Landesgartenschau: "Wir waren tolle Gastgeber"

Interview: Bürgermeister Andreas Bee erklärt, wie die Landesgartenschau seine Stadt und ihre Menschen verändert hat.

Matthias Bungeroth

Herr Bee, Bad Lippspringe hat die Landesgartenschau gewuppt. Sind Sie stolz auf Ihre Stadt? Andreas Bee: Sehr stolz sogar, und zwar auf die Bad Lippspringer und ihre Nachbarn, die das Ganze zu ihrer Herzenssache gemacht haben. Nur so war dieser Erfolg möglich. Wie hat die Landesgartenschau (LGS) die Stadt und ihre Menschen verändert? Bee: Die Stadt wurde durch die LGS verändert, indem wir 60 Baumaßnahmen realisiert haben. Wir haben wichtige Straßen komplett modernisiert, dazu den Marktplatz und das LGS-Gelände. Wir haben die Stadt landschaftsarchitektonisch modernisiert und präsentieren uns heute als moderne Gesundheitsstadt. Ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl wurde generiert. Das hat zusammengeschweißt. Was bleibt zurück, wenn die Veranstaltung nach dem 15. Oktober beendet ist? Bee: Zunächst das angenehme Gefühl, dies gewuppt zu haben, wie Sie sagen. Aber auch die tolle Erkenntnis, gute Gastgeber gewesen zu sein, jeder von uns. Ich habe mir immer gewünscht, dass am Ende alle lächeln. Nach meiner Wahrnehmung ist das auch eingetreten. Sind die 8,65 Millionen Euro Investitionen für die LGS gerechtfertigt? Bee: Ja, das ist gut angelegt. Es kommen ja neben dieser Summe, die Land (5 Millionen), Stadt (3,5 Millionen) und Förderverein (150.000) in die Hand genommen haben, noch rund 6,5 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln des Landes hinzu. Am vorherigen Erscheinungsbild Bad Lippspringes konnte man erkennen, dass wir in die Jahre gekommen waren. Es musste ein Strukturwandel her, ein ,weiter so’ hätte nicht gereicht. Wird die Veranstaltung mit einer schwarzen Null abschließen? Bee: Davon gehe ich derzeit aus, weil unser Wirtschaftsplan auf 480.000 Besuchern fußte. Was hätten Sie rückblickend anders gemacht? Bee: Wenn ich darauf eine Antwort hätte ... Die Besucherzufriedenheit ist hoch. Wir bewegen uns in OWL wieder auf Upper Level und konkurrieren mit touristischen Highlights wie dem Hermannsdenkmal. Und wir hatten tolle Partner. Ich kann nur sagen: ,Nochmal so’. Die kalkulierte Besucherzahl wurde sogar deutlich übertroffen. Wären noch mehr Menschen gekommen, wenn die Eintrittspreise niedriger gewesen wären? Bee: Ich stehe voll zu den Eintrittspreisen. Das Parken auf gut gefestigten Plätzen und der Shuttleservice waren im Preis enthalten. Die Hochwertigkeit dessen, was wir da geboten haben, hat diesen Preis gerechtfertigt. Wir sind kein Billigheimer und wollen uns auch in Zukunft nicht verramschen. Was wird der Eintritt zum Arminiuspark künftig kosten? Bee: Die Tageskarte wird bei 9,50 Euro liegen, die Jahreskarte ist im Vorverkauf ab dem 16. Oktober schon für 30 Euro zu haben. Wir wollen mit diesem günstigen Pauschalpreis die Besucher dazu bewegen, die Jahreskarte zu nehmen. Wie wird sich das Gelände ab dem kommenden Jahr darstellen? Bee: Es bleibt gärtnerisch genauso hochwertig wie in diesem Jahr. Wir werden weiter tolle Veranstaltungen dort anbieten und das Motto ,Blumenpracht und Waldidylle’ weiter bespielen. Es gab im Vorfeld der LGS Personaländerungen in der Geschäftsführung. Sind Narben übrig geblieben? Bee: Nein, das ist alles erledigt. Ist auch der Geist der Stadt nun anders als vor der Landesgartenschau? Bee: Ja, ganz klar. Ende der 90er Jahre, seit der Gesundheitsreform, hat Bad Lippspringe ohne Kompass versucht, wieder zum Erfolg zurückzufinden, den wir als Kurort hatten. Mit einer neuen Führung des Medizinischen Zentrums für Gesundheit 2010 sowie dem Zuschlag für die LGS 2011 ist ein positiver Spirit entstanden. Ich habe immer gesagt: Wenn wir in den Spiegel schauen und uns selbst wieder schön finden, können wir auch andere begeistern. Der Mentalitätsumschwung mündete in einer erfolgreichen LGS. Wir glauben wieder an uns. Wo sind Sie auf dem Gelände der Landesgartenschau am häufigsten gewesen? Bee: An der Waldbühne Adlerwiese. Dort waren die meisten Veranstaltungen. Auch Anastacia wird mir in Erinnerung bleiben. Die Frau ist sagenhaft. Das Konzert war große Klasse.

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