Stellen den RRX im Modell vor: Frank Scheffer (stellvertretender Verbandsvorsteher NWL), Stephan Boleslawsky (Regionalbereichsleiter DB Netze), Karin Paulsmeyer (Abteilungsleiterin NRW-Verkehrsministerium) und Cornelia Christian (Geschäftsführerin Westfalentarif, v. l.). Foto: Christian Weische - © Christian Weische
Stellen den RRX im Modell vor: Frank Scheffer (stellvertretender Verbandsvorsteher NWL), Stephan Boleslawsky (Regionalbereichsleiter DB Netze), Karin Paulsmeyer (Abteilungsleiterin NRW-Verkehrsministerium) und Cornelia Christian (Geschäftsführerin Westfalentarif, v. l.). Foto: Christian Weische | © Christian Weische

Bielefeld Rhein-Ruhr-Express stößt in Bielefeld auf großes Interesse

Informationsschau: Vor dem Hauptbahnhof haben Besucher einen Tag lang Gelegenheit, sich über das zukünftige Nahverkehrssystem der Bahn in Nordrhein-Westfalen zu informieren. Eine 3-D-Projektion präsentiert die Züge bereits von innen

Matthias Bungeroth

Bielefeld. Deborah ist begeistert. „Das ist richtig cool – unbeschreiblich!" ruft sie aus, als die 3-D-Brille aufgesetzt hat. Gemeinsam mit ihren Klassenkameradinnen ist die 11-Jährige an einen der Stände vor dem Bielefelder Hauptbahnhof gekommen, um sich näher anzusehen, wie der Nahverkehr der Bahn künftig aussehen wird. Das Hightechgerät ermöglicht es, virtuell in ein Zug des Rhein Ruhr Express (RRX) einzusteigen. Denn der RRX wird erst ab Ende 2018 nach und nach den Regionalverkehr per Schiene in Nordrhein-Westfalen und in Ostwestfalen-Lippe erobern. Doch das Interesse an dem Nahverkehrsprojekt ist schon jetzt groß, wie der rege Zuspruch in den Infozelten vor dem Bahnhof zeigt. „Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen in der Geschichte der Eisenbahngeschichte von Ostwestfalen-Lippe", zeigt sich Martin Nowosad, Bahnhofsmanager in Bielefeld, der auch für alle anderen Bahnhöfe und Stationen in OWL verantwortlich ist, erfreut. Karin Paulsmeier, zuständige Abteilungsleiterin im NRW-Verkehrsministerium, bezeichnet den RRX als „Premiumprodukt, auf das wir ganz viel Hoffnung setzen". Die Betriebsaufnahme Ende 2018 sei „der erste sichtbare Schritt" zur Realisierung des RRX-Gesamtsystems, das auf der Hauptachse zwischen Köln und Dortmund einmal im 15-Minuten-Takt fahren soll, was auf diesem Abschnitt einen komplett vierspurigen Ausbau des Gleiskörpers nötig macht, wie Stephan Boleslawsky Regionalbereichsleiter West bei DB Netze, erläutert. Dass das Projekt auf fruchtbaren Boden fällt, steht für Boleslawsky außer Frage. „Wir sind Bahnland Nummer eins", so der Experte. NRW verfüge über ein Bahnnetz von 4.700 Streckenkilometern, habe 700 Bahnhöfe und zähle pro Jahr rund 1,1 Milliarden Bahnreisende. Zweckverband begrüßt Pläne Auch der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) als Zweckverband sieht den RRX als notwendige Innovation an, wie Frank Scheffer, stellvertretender NWL-Verbandsvorsteher, sagte. Man habe im NWL seit 2010 eine Fahrgaststeigerung von rund 10 Prozent, pro Tag gebe es in Westfalen-Lippe 270.000 Kunden. Die modernisierte Sennebahn zwischen Bielefeld und Herford zähle 30 Prozent mehr Fahrgäste – 6.300 pro Werktag. Zeit für ein modernes Nahverkehrssystem der Bahn, dessen Züge über WLAN, verbesserten Mobilfunkempfang, moderne Informationsdisplays, mehr Sitzplätze und große Gepäckablagen und Videoüberwachung verfügen, so die Experten. Cornelia Christian, Geschäftsführerin der Westfalentarif GmbH, macht am Rande des Infotages auf den 60-Plus-Tag in Teilen von OWL aufmerksam. Anlässlich des Weltseniorentages dürfen alle Fahrgäste ab 60 Jahren Busse, Stadtbahnen und Nahverkehrszüge der zweiten Klasse ab 8 Uhr kostenfrei nutzen. Der Personalausweis gilt als Fahrschein. Die Aktion ist gültig für das Netz Teuto OWL, also die Kreise Minden-Lübbecke, Herford, Lippe, Gütersloh und die Stadt Bielefeld.

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