Unterzeichnung: Annette Kurschus, Dietmar Arends und Hans-Josef Becker (v.l.). Foto: Evangelische Kirche von Westfalen - © c
Unterzeichnung: Annette Kurschus, Dietmar Arends und Hans-Josef Becker (v.l.). Foto: Evangelische Kirche von Westfalen | © c

Paderborn Kirchen in der Region rücken enger zusammen

Besiegelt: Präses Annette Kurschus, Erzbischof Hans-Josef Becker und Landessuperintendent Dietmar Arends unterzeichnen gemeinsamen Aufruf

Dirk-Ulrich Brüggemann

Paderborn/Dortmund. Die evangelischen und die katholischen Kirchen in Nordrhein-Westfalen wollen enger zusammenarbeiten. Gemeinsam mit der Evangelischen Kirche von Westfalen und der Lippischen Landeskirche hat sich das Erzbistum Paderborn jetzt zu einer weiteren Vertiefung der Kooperation verpflichtet. Besiegelt wurde der Aufruf „Ökumenisch Zukunft gestalten" durch die Unterschriften von Präses Annette Kurschus (Westfalen), Erzbischof Hans-Josef Becker (Paderborn) und Landessuperintendent Dietmar Arends (Detmold) in Dortmund. Die evangelischen Kirchen und die katholischen Bistümer betonen „die wiederentdeckte Gemeinsamkeit in der Mitte unseres Glaubens, den Glauben an Jesus Christus". Ökumene begreifen sie dabei als Auftrag, um die Herausforderungen gemeinsam zu bearbeiten, die sich den Kirchen gleichermaßen stellen. Dabei sind besonders die konfessionsverbindenden Ehepaare mit ihren Familien im Blick. In dem unterzeichneten Aufruf wird den Gemeinden in Nordrhein-Westfalen empfohlen, Kirchen und Gemeindehäuser nach Möglichkeit gemeinsam zu nutzen. Auch sollen sie das geistliche Miteinander intensivieren und fest im Alltag verankern. Gleichzeitig sollen die Kirchen auch einen verstärkten gegenseitigen Austausch anstreben, um „wieder neu im Glauben auskunfts- und sprachfähig zu werden". Zukünftig soll auch eine Zusammenarbeit von Diakonie und Caritas in den Blick genommen und künftig gefördert und verstärkt werden. Beide Konfessionen wollen die ökumenische Bildung und die Kooperation im Religionsunterricht intensivieren. Der christliche Glaube soll noch stärker als bisher gemeinsam bezeugt werden. Da bieten sich ökumenische Gottesdienste und gemeinsame missionarische Projekte an. Die Unterzeichner des Aufrufs verpflichten sich auch, den großen gesellschaftlichen Problemen gemeinsam zu begegnen. Das gilt etwa für die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, den Schutz der Umwelt sowie Flucht- und Migrationsbewegungen. Gefördert werden sollen auch Initiativen und Gruppen, die sich für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung einsetzen. Dazu gehört auch ein enges Zusammenwirken in der Arbeit mit Flüchtlingen einschließlich der Kirchen anderer Sprache und Herkunft. Die „Begegnung und der Austausch mit dem Judentum als unseren älteren Geschwistern" und das Gespräch mit Muslimen sollen intensiv fortgesetzt werden. Gegen Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus wollen die Kirchen gemeinsam klar Position beziehen. „Am Ende des 500-jährigen Reformationsjubiläums beziehungsweise Reformationsgedenkens möchten wir die Nachhaltigkeit des ökumenischen Handelns und des gemeinsamen Weges in die Zukunft noch einmal ausdrücklich unterstreichen", sagte Erzbischof Josef Becker und Präses Annette Kurschus ergänzte: „Wir bekräftigen, was in zahlreichen evangelischen und katholischen Gemeinden längst bewährte Praxis ist."

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