Das Herforder Briefzentrum. - © Lena Niewald
Das Herforder Briefzentrum. | © Lena Niewald

Bielefeld Postkunden klagen über unzuverlässige Zustellung

Leser berichten über ausbleibende Briefe. Die DHL weist die Vorwürfe zurück

Matthias Bungeroth

Bielefeld. Es rumort bei der Briefzustellung der Deutschen Post. „Wir bekommen seit zwei Jahren montags keine Post mehr", kritisiert eine Leserin aus Bünde. Sie rügt zudem, dass sie eine Zeitschrift nicht mehr donnerstags, sondern freitags oder samstags bekomme. „Ich finde es nicht lustig, was die Post da macht", sagt sie stellvertretend für viele Stimmen, die uns aus OWL erreichen. Zusteller berichten von wachsender Arbeitsbelastung, vergrößerten Zustellbezirken und unbezahlten Überstunden. Andere Kunden sagen, dass sie samstags nun zweimal Post bekommen. Während die DHL-Gruppe die Vorwürfe größtenteils zurückweist, zeigt sich die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi besorgt. „Unser Eindruck ist, dass die Belastungsgrenze der Zusteller schon überschritten ist", sagt Uwe Speckenwirth, Landesbereichsleiter Post und Logistik bei der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi NRW, auf Anfrage. Es gebe eine hohe Fluktuation und einen hohen Krankenstand bei Zustellern. DHL-Sprecher: "So etwas gibt es bei uns nicht" Laut Speckenwirth gibt es Konflikte zwischen den DHL-Betriebsräten und dem Unternehmen wegen des Zuschnitts der Briefzustellbezirke. Zudem habe die Post Anfang des Jahres einen weiteren Rückgang des Briefvolumens kalkuliert. Speckenwirth: „Die Personalbudgets wurden abgesenkt, aber das Volumen sank nicht so stark." An Spitzentagen machten einige Mitarbeiter ihre Pausen nicht. „So kann es zu Zeiten kommen, die am Ende nicht bezahlt werden", sagt Speckenwirth. Diese Vorwürfe weist Rainer Ernzer, für OWL zuständiger DHL-Sprecher, entschieden zurück. „So etwas gibt es bei uns nicht." Dafür sei die Mitwirkung der Sozialpartner zu intensiv. Auch die Zustellbezirke seien „vom Grundsatz her alle gleich". Das Pensum müsse so bemessen sein, dass die Arbeit in 38,5 Stunden zu erledigen sei. Die Bezirke würden lediglich ab und zu angepasst, wenn etwa neue Wohnsiedlungen entstünden. Werbepost werde montags nicht mehr ausgetragen, „da die restliche Post dann so gut wie gar nicht mehr da ist". Aber vollbezahlte Sendungen würden von Samstag bis Montag zugestellt. Der Samstag sei der stärkste Tag. Insofern könne es sein, dass dann auch zweimal zugestellt werde, so Ernzer. Insgesamt arbeiteten die Zusteller an manchen Tagen länger, an anderen weniger. Zum Gewicht der Sendungen sagt Ernzer: „50 bis 80 Kilo Zuladung sind möglich." Es stimmt laut Ernzer, dass die Zusteller heute mehr Briefe austrügen. Dies hänge damit zusammen, dass die Sortierzeit von bis zu drei Stunden täglich wegfalle, da diese Arbeit durch Sortieranlagen erledigt werde.

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