Viele Menschen in Deutschland haben nach wie vor keinen Organspendeausweis.  - © picture alliance / Frank May
Viele Menschen in Deutschland haben nach wie vor keinen Organspendeausweis.  | © picture alliance / Frank May

Bielefeld Keine Trendwende: Weniger Organspender in Westfalen-Lippe

Engagement: Die AOK Nordwest rollt eine landesweite Informationskampagne aus.

Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld. In Deutschland hoffen mehr als 10.000 schwer kranke Menschen auf ein neues Organ. Allein in NRW warten aktuell 2.100 Patienten auf Nieren, Lebern, Herzen, Lungen, Bauspeicheldrüsen sowie Teile des Dünndarms. Für sie ist eine Transplantation die einzige Möglichkeit, um zu überleben. Diesen Menschen steht jedoch der Großteil der deutschen Bevölkerung gegenüber, der sich noch nicht für oder gegen eine Organspende nach dem Tod entschieden hat. Der Blick auf die Region zeigt, welche Auswirkungen diese fehlende Bereitschaft hat, denn die Zahl der Organspender in Westfalen-Lippe ist weiter rückläufig. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) registrierte von Januar bis Juli 2017 lediglich 42 Organspender, im Vorjahreszeitraum waren es 46. Auch bundesweit bleibt die Zahl der Organspender rückläufig: Gab es 2011 noch 1.200 Organspender, zählte die DSO 2016 nur noch 857. Ein Rückgang von über 28 Prozent. Die erhoffte Trendwende ist ausgeblieben. Infokampagne gestartet Diese Entwicklung nimmt die Krankenkasse AOK Nordwest zum Anlass, um eine landesweite Informationskampagne zum Thema Organspende auszurollen. „Mit unserem Informationsangebot möchten wir den Menschen helfen, eine souveräne Entscheidung zum Thema Organspende zu treffen", erklärt der Vorstandsvorsitzende der AOK Nordwest, Tom Ackermann. „Viele Patienten warten mehrere Jahre, bis für sie ein passendes Organ zur Verfügung steht. Während dieser Wartezeit sterben jährlich 1.000 Menschen, weil sie nicht rechtzeitig das lebensrettende Organ erhalten."

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