In NRW gibt es erste Interessenten für die "Ehe für alle". - © picture alliance/ZUMA Press
In NRW gibt es erste Interessenten für die "Ehe für alle". | © picture alliance/ZUMA Press

NRW Ehe für alle: Erste Interessenten in der Region

In Köln haben sich bereits 30 Bürger bei Standesämtern erkundigt, in Bielefeld waren es zwei Paare.

Köln/Dortmund (epd). Zwei Wochen nach der Bundestagsentscheidung für die „Ehe für alle" gibt es bei Standesämtern in Nordrhein-Westfalen bereits vereinzelte Anfragen von homosexuellen Paaren. In Köln meldeten sich bislang etwa 30 Bürger, wie die Stadt dem Evangelischen Pressedienst (epd) mitteilte. Im Wesentlichen sei aber „der Zielgruppe klar, dass noch kein neues Gesetz in Kraft ist, sondern lediglich der Weg dafür freigemacht wurde - vorbehaltlich möglicher Verfassungsklagen", sagte eine Sprecherin. Auch in Dortmund gibt es Interesse, wie ein Sprecher der Stadt dem epd sagte. Es habe sowohl Anfragen von Paaren gegeben, die bereits in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben, als auch Anfragen von noch nicht verpartnerten homosexuellen Paaren. Zahlen nannte er nicht. Erste Interessenten auch in Bielefeld In Bielefeld, wo Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) selbst in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft lebt, hatten sich bis vergangenen Dienstag zwei Paare erkundigt, ob sie ihre Lebenspartnerschaft nun umschreiben lassen können. Die Unterschrift des Bundespräsidenten fehlt noch unter dem Gesetz. Der Beschluss ist laut Präsidialamt bisher noch nicht eingegangen. Die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare tritt dann drei Monate nach der Unterzeichnung des Gesetzes in Kraft. Entsprechend treffen die Standesämter in NRW aktuell noch keine konkreten Vorbereitungen. „Gedanklich sind die Beschäftigten des Standesamtes der Stadt Köln mit der Umsetzung der 'Ehe für alle' beschäftigt, aber es gibt noch viel zu viele Unbekannte, als dass Vorbereitungen angegangen werden könnten", sagte eine Sprecherin der Stadt Köln. So sei beispielsweise unklar, wie die Umwandlung einer gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaft in eine Ehe ablaufe: Bedarf es einer Zeremonie oder eines bloßen Verwaltungsakts? Entscheidung kam überraschend Auch aus Bielefeld hieß es, es bleibe abzuwarten, wie das Gesetz über die Eingetragene Lebenspartnerschaft umgesetzt werde. So müssten beispielsweise Urkunden verändert werden. Der Bundestag hatte die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare vor zwei Wochen beschlossen, vor einer Woche billigte auch der Bundesrat das Gesetz. Der Bundestagsbeschluss war überraschend möglich geworden, nachdem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vom Nein der Union abgerückt war und die Abstimmung zur Gewissensentscheidung erklärt hatte. Die bayerische Landesregierung, die das Gesetz ablehnt, kündigte eine verfassungsrechtliche Prüfung an.

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