Spezielle Wegweiser und Markierungen für Radfahrer sind in OWL selten, werden aber positiv bewertet, wenn sie vorhanden sind. - © picture alliance / dpa
Spezielle Wegweiser und Markierungen für Radfahrer sind in OWL selten, werden aber positiv bewertet, wenn sie vorhanden sind. | © picture alliance / dpa

Bielefeld Umfrage: Münster bleibt fahrradfreundlichste Stadt Deutschlands

Im OWL-Vergleich schneiden Lemgo und Bünde gut ab

Julia Gesemann

Bielefeld. Münster bleibt nach einer Umfrage unangefochten die fahrradfreundlichste Stadt in Deutschland. Bei dem regelmäßigen Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) in 539 Städten ist das Münsterland auch sonst eine Radlänge voraus: Den zweiten und dritten Platz belegen erneut Bocholt und Reken. Im Herbst 2016 wurden bundesweit rund 120.000 Radfahrer befragt. Sie bewerteten die Situation der Radfahrer in ihren Städten und vergaben Schulnoten für 27 Kriterien wie Sicherheit, Komfort oder Infrastruktur. Münster erzielt die Gesamtnote 3,1. Nicht überraschend ist die Bewertung des Punktes "Alle fahren Fahrrad": 1,6. Und da die "Fahrradhauptstadt" gleichzeitig auch die unangefochtene Hochburg der Fahrraddiebe ist, wird dieser Punkt am schlechtesten bewertet (5,0). Auch 13 OWL-Städte tauchen in dem Städteranking auf. Auf Platz 1 in Ostwestfalen-Lippe ist demnach Lemgo mit einer Gesamtnote 3,3. Radfahren macht demnach dort besonders viel Spaß (Note 2,2), gleichzeitig ist man zügig unterwegs (2,2). Die schlechteste Note gibt es für die Verfügbarkeit öffentlicher Fahrräder (5,2). Gütersloh und Bad Oeynhausen am schlechtesten im OWL-Vergleich Gut schneidet auch Bünde ab (3,4). Dort loben die Radfahrer besonders die speziellen Wegweiser und die Erreichbarkeit des Zentrums (jeweils 2,3). Kritisiert wird dort hingegen auch, dass es nicht genug öffentliche Fahrräder gibt (4,7). Paderborn liegt mit der Note 3,8 noch knapp vor Bielefeld (3,9). Auch in den beiden Oberzentren OWLs gibt es gute Noten für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums. Schlecht bewertet werden in Bielefeld aber die Breite der Radwege und die Kontrolle der Falschparker, die die Wege blockieren (jeweils 4,8). Im OWL-Vergleich schneiden Gütersloh (4,0) und Bad Oeynhausen (4,3) am schlechtesten ab. Vor allem die Falschparkerkontrolle, die fehlenden Ampelschaltungen für Radfahrer (jeweils 5,0) und die schlechten Möglichkeiten, das Fahrrad im öffentlichen Nahverkehr mitzunehmen (5,2) nerven die Gütersloher Radfahrer. In Bad Oeynhausen werden vor allem der schlechte Zustand der Radwege kritisiert (5,0) und auch die Führung an Baustellen bemängelt (4,9). Der ADFC ermittelte die Fahrradfreundlichkeit deutscher Städte zum siebten Mal. Der Fahrradklima-Test soll Entwicklungen und Trends aufzeigen und soll den Städten dabei helfen, den Radverkehr voranzubringen. Das Bundesverkehrsministerium förderte die Umfrage mit 150.000 Euro. Mit Material der dpa

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