Büren/Geseke Nach dem Putsch in der Türkei: Viele Schüler kommen nicht mehr

Weil sie der Gülen-Bewegung zugerechnet werden, leiden die Schulen in Eringerfeld unter den Folgen der politischen Lage am Bosporus. Familien der Schüler werden offenbar unter Druck gesetzt

Geseke/Büren. Die Folgen des Putschversuchs im Juli in der Türkei haben die Privatschulen in Eringerfeld „kalt erwischt“, so Realschulleiter Helmut Dinse. 70 Schülerinnen und Schüler kündigten – oder kamen nach den Ferien einfach nicht mehr wieder; eine ähnliche Zahl am Gymnasium. Der Grund dafür sei das Etikett „Gülen-Schule“. Der in den USA lebende Iman Fethullah Gülen wird vom türkischen Staatspräsidenten Recep Erdogan für den Umsturzversuch verantwortlich gemacht. Die vor sechs Jahren gegründete Realschule mit Internat hat sich eine bessere Integration von Migranten zum Ziel gesetzt. Zu den verbliebenen 169 Schülern zählen 23 nicht türkisch-stämmige Deutsche, etwa die Hälfte mit russischem Hintergrund, zum Teil Baptisten. Die türkischen Schüler ordnet Schulleiter Dinse konservativen, alevitischen und kurdischen, aber auch säkularen Familien zu...

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