Der neue Airbus-Polizeihubschrauber des Typs H 145 bei der Präsentation am Flughafen in Düsseldorf. - © Wolfram Kastl/dpa
Der neue Airbus-Polizeihubschrauber des Typs H 145 bei der Präsentation am Flughafen in Düsseldorf. | © Wolfram Kastl/dpa

Düsseldorf Künftig leiser unterwegs: NRW-Polizei bekommt neue Hubschrauber

Fast 65 Millionen Euro werden die neuen „fliegenden Augen" der NRW-Polizei kosten

Düsseldorf (dpa). „Engines to flight. Take-off-check." In kurzer Folge tönen die Kommandos aus dem Cockpit, dann hebt der Polizei-Hubschrauber senkrecht ab. Der erste der sechs neuen Airbus-Helikopter der NRW-Polizei ist seit Mittwoch offiziell im Dienst. Während Journalisten mit dem neuen Stolz der NRW-Polizei in die Luft gehen, bleibt NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) als winziger Punkt am Boden zurück. Mit knapp 200 Stundenkilometern geht es vom Düsseldorfer Flughafen nach Süden, Flughöhe 500 Meter, dann im Tiefflug über dem Rhein entlang. Plötzlich taucht eine Rauchsäule über der Düsseldorfer Altstadt auf. Pilot Thomas Feist fliegt eine enge Kurve. „Da brennt es wohl ein bisschen." Ein Kaffeeröstofen ist in Brand geraten. Kein großes Ding, die Feuerwehr ist unterwegs, rasch dreht der H 145 ab. Der 13 Meter lange und vier Meter hohe Hubschrauber liegt ruhig in der Luft und ist erheblich leiser als seine Vorgänger. Das dürfte die Zahl der Anrufe bei Nachteinsätzen reduzieren. Weniger Sprit Die beiden Triebwerke bringen es zusammen auf 2144 PS - 800 mehr als beim alten Modell. Dennoch soll der Heli weniger Sprit schlucken - etwa 300 Liter pro Flugstunde sind es trotzdem. Fast 65 Millionen Euro werden die neuen „fliegenden Augen" der NRW-Polizei kosten, die mit hochauflösenden Wärmebildkameras durch Nacht und Nebel gucken können. Sogar Handys können nun aus der Luft geortet werden, dank „Imsi-Catcher". Gut 2000 Einsätze fliegen die 35 Piloten der NRW-Fliegerstaffel im Jahr. Oft geht es um vermisste Menschen, manchmal aber auch um akute Schwerkriminalität. Die alte Garde der Hubschrauber ist zwischen 12 und 26 Jahre alt. Sie hätten noch eine Weile fliegen können, aber NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) treibt die gestiegene Terrorgefahr um. Die sechs neuen Helikopter können mehr Spezialkräfte aufnehmen, die sich schnell mit einem sogenannten Fast-Roping-System abseilen können. Das ging früher nur bei zwei Maschinen. Mit Tempo 244 unterwegs „Gerade diese erweiterten Transportfähigkeiten sind wegen der erhöhten Terrorgefahr extrem wichtig", sagt Jäger. „Es kann jederzeit und überall einen Terroranschlag geben. Wir müssen darauf vorbereitet sein." Mit Tempo 244 kann der Hubschrauber von den Stationen in Düsseldorf und Dortmund binnen 30 Minuten im entferntesten Winkel Nordrhein-Westfalens sein. Der H 145 ersetzt zudem zwei verschiedene Typen, was dauerhaft Wartungs- und Schulungskosten spart. Im Gegenzug wird es künftig einen Hubschrauber weniger geben. Und dank Heckkamera kann der Pilot nun auch nach hinten schauen: „Das ist wichtig, etwa wenn wir Menschen aus Gewässern retten", erklärt der technische Leiter der Fliegerstaffel, Hajo Miebach.

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