Hövelhof: Die Schäfermeister Renate Regier und Markus Laabs zwischen ihren Heidschnucken. - © Horst Wackerbarth
Hövelhof: Die Schäfermeister Renate Regier und Markus Laabs zwischen ihren Heidschnucken. | © Horst Wackerbarth

Bielefeld/Düsseldorf 70 Jahre NRW: Zum Geburtstag porträtiert der Fotokünstler Horst Wackerbarth das Land auf einem Sofa

Seine Fotoreise führt den Düsseldorfer auch nach OWL

Carolin Nieder-Entgelmeier

Bielefeld/Düsseldorf. Bewaffnete Soldaten, musizierende Studenten, hingebungsvolle Storchenväter, innovative Mediziner, naturschützende Schäfer, adelige Unternehmer und hoffnungsvolle Flüchtlingskinder. All diese Menschen leben in OWL. Fotokünstler Horst Wackerbarth hat sie und ihre Schicksale auf seiner roten Couch in Szene gesetzt und für das 70-jährige Bestehen Nordrhein-Westfalens porträtiert. Für das Landesporträt reist Wackerbarth seit einem Jahr durch NRW und lernt seine Heimat nun endlich richtig kennen. „Um den Begriff Heimat habe ich lange einen großen Bogen gemacht", sagt der Düsseldorfer. „Ich wollte immer nur weg, weg von den Nationalsozialisten in den Elternhäusern und Schulen und die Welt sehen." Wackerbarth erfüllt sich seinen Wunsch: Mit seiner Couch, die er in den 1980er-Jahren mit dem US-Amerikaner Kevin Clarke erstmals für künstlerische Fotografien nutzt, reist Wackerbarth durch 53 Länder. So ist die berühmte Couch nicht nur das Kennzeichen seiner Kunst, sondern auch zum knallroten Blickpunkt rund um den Globus geworden, denn Wackerbarth positioniert sein Sofa im südamerikanischen Regenwald ebenso wie im Eiswind Alaskas. Schicksale in Fotografien festgehalten Die Vielfalt der Welt, die Wackerbarth auf seinen Reisen entdeckt, spiegelt sich in NRW. „Es ist Wahnsinn, aber ich habe meine Heimat als 66-Jähriger zum ersten Mal richtig kennengelernt." In den so verschiedenen Regionen Nordrhein-Westfalens habe er wunderschöne, aber auch unglaublich hässliche Fleckchen entdeckt. Doch egal wo, ob auf dem Dach des Herzzentrums in Bad Oeynhausen, in der Senne in Paderborn oder im gräflichen Park in Bad Driburg, Wackerbarth trifft stets auf besondere Menschen, dessen Lebenswege und Schicksale er in seinen Fotografien festhält. Auf der Couch finden die Menschen in ungewöhnlichen Umgebungen einen Platz, egal ob es steht, liegt oder in einem Baum hängt. So schafft es Wackerbarth mit nur einer Aufnahme sowohl Landschaft als auch Mensch zu porträtieren. In 100 Bildern setzt Wackerbarth seine neuentdeckte Heimat in Szene. „Dabei hätte ich auch 1.000 Aufnahmen machen können, weil NRW so unglaublich vielfältig ist." Aus diesem Grund hat es sich der Künstler zu eigen gemacht, die Protagonisten auch zu ihren Geschichten zu befragen. Es geht um Liebe, Religion, Glück, Träume und natürlich um Heimat. Ab September stellt Wackerbarth im Landtag und im NRW-Forum aus.

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