Direkte Hilfe: Mit Spendengeldern finanzierte der Verein „Aufbauhilfe Nepal" ebenfalls den Besuch von Zahnärzten in Dhading. Mit dabei war auch Dr. Kumar Chhetri, der ein kleines Mädchen behandelt. - © unbekannt
Direkte Hilfe: Mit Spendengeldern finanzierte der Verein „Aufbauhilfe Nepal" ebenfalls den Besuch von Zahnärzten in Dhading. Mit dabei war auch Dr. Kumar Chhetri, der ein kleines Mädchen behandelt. | © unbekannt

Gütersloh Gütersloher Verein zieht nach einem Jahr Hilfe für Nepal Bilanz

„Aufbauhilfe Nepal“ konnte schon vielen Kindern in der Region Dhading helfen

Viktoria Bartsch

Gütersloh. Knapp ein Jahr ist es her als Ende April in Nepal die Erde bebte. Durch das Haupt- und zahlreiche Nachbeben wurden ganze Ortschaften zerstört, etwa 8.800 Menschen starben, mehr als 20.000 wurden verletzt. Ein paar Wochen später rief Claudia Ahnepohl (46) aus Gütersloh den Verein „Aufbauhilfe Nepal" ins Leben. Als Buddhistin wollte sie Hilfe leisten in dem Land, in dem Buddha geboren wurde. Mittlerweile wird durch den Verein und mit Unterstützung der Jetty-Hattenhauer-Beck-Stiftung aus Bielefeld die sechste Schule in der Region Dhading, westlich von der Kathmandu, wieder aufgebaut. „Ich habe den Artikel über die Nepalhilfe in der NW gelesen", sagt Rolf Hattenhauer (76), Begründer der Stiftung. „Und ich habe gedacht, der Verein passt gut zu uns." Die Stiftung rief Hattenhauer vor 16 Jahren, nach dem Tod seiner Ehefrau ins Leben. „Sie hat sich immer sozial engagiert. Das wollte ich weiterführen", sagt er. Wichtig seien ihm besonders bildungspolitische Projekte. Zuletzt förderte die Jetty Hattenhauer-Beck Stiftung Projekte in Afrika. Kurz nach der Veröffentlichung des Zeitungsartikels im Dezember haben sich Claudia Ahnepohl und Rolf Hattenhauer zusammengesetzt. „Einen Tag später habe ich das Geld an die Aufbauhilfe Nepal überwiesen", sagt Hattenhauer. Ihn habe das Konzept überzeugt, aber auch das jemand vor Ort ist und die Projekte im Blick hat. Über freiwillige Helfer, sogenannte Volonteers, knüpft der Verein Kontakt zu Schulen. Momentan sind fünf von ihnen in Dhading im Einsatz, organisieren die Bauvorhaben und kümmern sich um das Arbeitsmaterial. Der Verein fördert Schulen, die sich bei dem Verein um Hilfe beworben haben. „Sie müssen deutlich machen, wie der Stand der Dinge ist und was sie brauchen", sagt Ahnepohl. Mit rund 10.000 Euro hat die Hattenhauer-Stiftung den Verein „Aufbauhilfe Nepal" seither unterstützt, weitere 5.000 Euro sind eingeplant. Das Geld fließt in den Wiederaufbau der „Shree Bahari Primary School", 86 Kinder gehen dort zur Schule. „Ein Teil der Schule ist durch das Beben zerstört worden. Mit Hilfe des Geldes der Hattenhauer-Stiftung bauen wir nun drei Klassenzimmer", sagt Ahnepohl. Seit drei Wochen wird dort nun erdbebensicher gebaut. In ein paar Wochen soll die Schule fertig sein. Dann kommt die Monsumzeit und auch das nächste Schuljahr beginnt in Nepal, so die Heilpraktikerin. „Da muss ein Dach auf der Schule sein." 587 Schulen zerstört Der in Düsseldorf lebende Nepalese Santosh P. Ojha (37) ist seit der Gründung des Vereins mit dabei und weiß, wie wichtig die Hilfe vor Ort ist. Er ist in der Region als Kind selbst zur Schule gegangen. „Insgesamt zerstörte das Beben allein in Dhading 587 Schulen", sagt er. Neben der „Shree Bahari Primary School" werden momentan auch an einer weiteren Schule die Sanitäranlagen erneuert. Claudia Ahnepohl blickt zufrieden auf das erste Jahr des Vereins zurück. „Wir haben wirklich viel geschafft", sagt sie. Neben dem Aufbau der sechs Schulen habe man auch ein Zahnarztprogramm auf die Beine gestellt. Hierfür kamen zwei Tage lang Zahnärzte aus Kathmandu nach Dhading und behandelten 417 Schüler und Dorfbewohner. Außerdem werden von dem Verein momentan sechs Kinder unterstützt, die aus sozial besonders schwachen Familien stammen, „wo zum Beispiel die Eltern bei dem Erdbeben ums Leben gekommen sind", sagt Ahnepohl. Dreißig Euro kostet eine sogenannte Patenschaft pro Monat. „Davon kann den Kindern in Nepal wirklich gut geholfen werden. Das Geld wird zum Beispiel für Schulkleidung verwendet." Auch die Mitgliederzahl ist auf 16 gestiegen. „Da könnten es natürlich noch mehr sein", sagt sie. Bewusst habe man den Monatsbeitrag mit 10 Euro möglichst gering gehalten, „damit möglichst viele sich das auch leisten können."

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