- © picture alliance / dpa (Symbolfoto)
W-Lan in Bussen und Trambahn | © picture alliance / dpa (Symbolfoto)

NRW Neue Apps und Netzwerke: Der Nahverkehr in NRW wird digitaler

Ab sofort zeigt das DB Busradar NRW die Pünktlichkeit der Linienbusse an.

Matthias Bungeroth

Bielefeld. Rund 40 Millionen Fahrgäste nutzen jedes Jahr die Linienbusse des Ostwestfalen-Lippe-Busses der DB. Ein Angebot des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), das aktuell großen Herausforderungen ausgesetzt ist. „Das große Thema ist die Demografie", sagt Frederik Ley, Regionalleiter des DB Regio Bus NRW, zu dem die OWL-Töchter des DB-Unternehmens gehören. Denn gerade in den ländlichen Regionen Ostwestfalen-Lippes und des Münsterlandes gehe die Zahl der jungen Fahrgäste zurück. „Busse werden leerer, Takte dünnen aus", so Ley. „Gleichzeitig steigen die Mobilitätsbedürfnisse", so der Nahverkehrsexperte bei einem Gespräch in Münster. Die Absicht seines Unternehmens sei dabei vor diesem Hintergrund klar: „Wir wollen neue Mobilitätsangebote entwickeln." Dabei haben die Nahverkehrsexperten eines beobachtet. „Junge Leute sind nicht mehr bereit, allein für ihren Job ein Auto zu unterhalten", so Hermann Paßlick, Vorsteher des Zweckverbands SPNV Münsterland. Das Auto sei „für die nachwachsende Generation nicht mehr das Ein und Alles". So sieht es auch Michael Hahn, Vorstand des DB Regio Bus: „Der Laptop ist wichtiger geworden." Und genau im digitalen Segment setzen die ÖPNV-Anbieter der DB an, um ihre Angebote flexibler, komfortabler und besser vernetzbar zu machen. Während das Thema „autonomes Fahren" mit Kleinbussen ohne Fahrer im Pendelbetrieb noch im Teststadium ist, sind andere Angebote für die Reisenden schon heute täglich nutzbar. Die Stichworte dazu sind folgende: Pünktlichkeit Wer kennt es als Nutzer von Linienbussen nicht: Man steht an einer Haltestelle mitten auf dem Land und wartet auf den Bus, doch der ist überfällig. Lohnt es sich zu warten, oder nach Alternativen zu suchen? Darüber bekommt man über den DB Busradar NRW landesweit genaue Informationen in Echtzeit. Frederik Ley über die kostenlose Smartphone-App: „Die App zeigt alle Busse mit grünem oder rotem Symbol. Letzeres wird bei Verspätungen verwendet." Vorteil: Der Reisende kann die Haltestelle heranzoomen, an der er steht, und sieht sofort, an welchem Punkt sich der Bus genau befindet, auf den er wartet. GPS-Ortung macht das möglich. Das Angebot gilt auch für Auftragnehmer der DB und wird in der zweiten Jahreshälfte auf ganz Deutschland ausgeweitet, wie Hahn erläutert. Vernetzung Das Netzwerk www.flinc.de soll Nutzern Mitfahrmöglichkeiten für kurze und regionale Strecken bieten. Denn die großen Busse werden bald nur noch Hauptmagistralen erschließen können, so Ley. Lücken sollen Angebote wie flinc schließen. Über eine App kann man sich als Teilnehmer registrieren und Mitfahrmöglichkeiten im Pkw anbieten oder suchen – gegen Bezahlung. „Ein Schritt zum flexiblen Reisen, gerade auf Strecken ohne dichten ÖPNV-Takt", hofft Hahn. Bisher gibt es 250.000 Nutzer. Informationen Die App „Wohin.Du.Willst" ist laut Ley als Vision für eine Mobilitätsplattform gedacht. Hier gibt es eine deutschlandweite Fahrplanauskunft für den ÖPNV (also Busse und Bahnen), die Mitfahrgelegenheiten aus flinc, eine Anzeige von Echtzeiten sowie die mögliche Speicherung von Fahrtwünschen. Die App soll bald auf bedarfsgesteuerte Verkehre wie Taxibusse ausgebaut werden.

realisiert durch evolver group