Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Das ist die Forderung der angestellten Lehrer. - © dpa
Gleicher Lohn für gleiche Arbeit: Das ist die Forderung der angestellten Lehrer. | © dpa

Bielefeld Angestellte Lehrer fordern gleichen Lohn für gleiche Arbeit

Gemeinschaft fühlt sich von Gewerkschaften nicht ernsthaft vertreten und fordert auf Bundeskonferenz Tarifverhandlungen

Felix Boche

Bielefeld. Auf der ersten Bundeskonferenz der Schutzgemeinschaft angestellter Lehrerinnen und Lehrer (SchaLL.NRW in der Ravensberger Spinnerei in Bielefeld setzen die etwa 1.000 ein starkes Signal. Sie kritisieren die finanzielle Benachteiligung im aktiven Dienst, in der sozialen Absicherung und im Rentenalter im Vergleich zu verbeamteten Kollegen. Bis zu 1.000 Euro betrage der Unterschied zwischen einem Rentner und einem vergleichbaren Pensionär. Laut Pressesprecher Rainer Lummer gebe es nur zwei Wege, um dem gesetzlichen Anspruch „gleicher Lohn für gleiche Arbeit" gerecht zu werden: Neben der Verbeamtung aller Lehrer könnte der Lohn der Angestellten angeglichen werden. „Wie kann es sein, dass bei einem öffentlichen Arbeitgeber unterschiedliche Modelle bestehen – wir können nicht, wie in der freien Wirtschaft, einfach den Arbeitgeber wechseln, wenn wir uns unfair behandelt fühlen", sagt Lummer. Die angestellten Lehrer seien in den Arbeitsbedingungen und -anforderungen gleichgestellt, nicht aber in der Entlohnung. „2,5 Milliarden Euro hat sich das Land in den vergangenen zehn Jahren auf unserem Rücken gespart", rechnet Lummer vor. Aber das sei noch nie auf den Tisch gekommen: Die Gemeinschaft kritisiert, dass die Gewerkschaften zu niedrig in die Verhandlungen einsteigen und fühlen sich deshalb bislang nicht ernsthaft vertreten. Forderung nach öffentlichen Tarifverhandlungen Daher fordert SchaLL.NRW öffentliche und transparente Tarifverhandlungen, den fairen Angleich der Entgeltgruppierungen und eine beamtengleiche Gesamtversorgung im Alter. Die Einstellungshöchstgrenze für Beamte in NRW von 42 Jahren grenze den größten Teil der (alt)tarifbeschäftigten Lehrer aus. SchaLL.NRW schlägt ein Zwei-Säulenmodell vor, bestehend sowohl aus Rente als auch Pension, die sich aus den Dienstjahren ab der Übernahme in das Beamtenverhältnis bemisst und einen Teil des Lehramtsstudiums rentenwirksam berücksichtigt. In NRW sind von den 160.000 Lehrern etwa 40.000 im Angestelltenverhältnis. „Wir wollen unser Wirken auf andere Bundesländer ausdehnen und mit den Kollegen vor Ort eine bundesweite Vernetzung erreichen", sagt Lummer. So gäbe es zur Initiative „Bildet Berlin!" schon länger Kontakte. „In Berlin und Sachsen werden keine Lehrer mehr verbeamtet, da geht es um die bestehenden Arbeitnehmer", sagt Vorsitzender Heinz-Werner Müller. Während der Bundeskonferenz hat der Vorstand die Ergebnisse der letzten Tarifverhandlungen analysiert und auf große Probleme in der Altersabsicherung und mit der Höchstaltersgrenze für die Verbeamtung hingewiesen. In Workshops konnten die Besucher anderer Bundesländer ergänzende Informationen bekommen.

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