Sanierungsbedürftig: Das Treppenhaus einer Grundschule. - © dpa
Sanierungsbedürftig: Das Treppenhaus einer Grundschule. | © dpa

Bielefeld Marode Schulen in NRW - in OWL ist die Situation besser

Laut einer Umfrage weisen 85 Prozent der Schulen in NRW bauliche Mängel auf

Melanie Wigger
Viktoria Bartsch

Bielefeld. „Erbärmlich", „marode" und „Lernen in Ruinen" – heißt es in einer Umfrage des WDR über den Zustand der Schulen in Nordrhein-Westfalen. Das Ergebnis: 85 Prozent weisen bauliche Mängel auf. In den vergangenen Jahren kam es in der Stadt Bielefeld zu einem Sanierungsstau an den Schulen, weil mit der Schulpauschale Betreuungsplätze für unter Dreijährige ausgebaut wurden, so Schulamtsleiter Georg Müller. „Ab 2016 ist wieder Geld für Sanierungsprozesse vorhanden." Schätzungsweise 11 Millionen Euro. Trotz der Unterbrechung kann Müller das Ergebnis der Studie nicht teilen. „Auch wenn man natürlich an manchen Stellen etwas machen muss, sind die Schulen in Bielefeld deutlich besser aufgestellt als dargestellt." Dem Gymnasium am Waldhof fehlen beispielsweise zehn Klassen- und Fachräume. „Dies hat die Stadt im Rahmen der Festlegung der Schulgrößen für Realschulen und Gymnasien im Dezember 2015 nochmals eindeutig ausgewiesen", sagt stellvertretender Schulleiter Gunnar Woltering. Paderborn, Herford und Gütersloh können Ergebnis der Studie nicht bestätigen Auch Jens Reinhardt, Sprecher der Stadt Paderborn, kann das Ergebnis für seine Kommune nicht teilen: „20 Millionen Euro fließen jährlich in Investitionen und die Bauunterhaltung von 40 Schulgebäuden." Perfekt sei das sicherlich nicht, aber damit könne man zumindest das Wesentliche abdecken. Auch in Herford sieht Beigeordnete der Stadt Birgit Froese-Kindermann die Situation anders als in der Umfrage dargelegt. „Aus meiner Sicht machen die Schulen in Herford einen guten Eindruck." Ähnlich sei die Lage in Gütersloh, bestätigt Sprecherin Susanne Zimmermann. 2015 wurden 1,7 Millionen Euro überwiegend für energetische Maßnahmen investiert. Dennoch sieht Sigrid Beer, schulpolitische Sprecherin im Landtag NRW (Fraktion Bündnis 90/Die Grünen), den Sanierungsstau an einigen Schulen. „Investitionsprogramme des Bundes, ob zum Ganztagsausbau oder auch Konjunkturprogramme haben dabei geholfen, Schulen zu sanieren. Das Land hat den Kommunen in der Gemeindefinanzierung wesentlich mehr Geld zur Verfügung gestellt, aber für viele Kommunen ist es weiterhin eng." Über den offenen Ganztag konnten zum Beispiel die Herforder Grundschulen umgebaut und saniert werden, erklärt Peter Böhm, Technischer Beigeordneter. „Dadurch, dass wir in den vergangenen Jahren nicht neu bauen mussten, stehen wir heute vielleicht besser da als andere Kommunen", sagt Böhm. Über zwei Millionen wurden 2015 in den Erhalt der Schulgebäude investiert.

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