Bei ihrer Rede in Berlin: Die Vlothoerin Ursula Haverbeck leugnet erneut den Holocaust. - © Foto: Julian Feldmann
Bei ihrer Rede in Berlin: Die Vlothoerin Ursula Haverbeck leugnet erneut den Holocaust. | © Foto: Julian Feldmann

OWL Holocaust-Leugnerin Haverbeck provoziert vor Auschwitz-Prozess

Wiederholungstäterin: Ursula Haverbeck leugnete erneut den NS-Massenmord an den Juden

Matthias Bungeroth

Vlotho/Berlin. Von außen sieht die Gaststätte „Zum Marienstübchen“ im Berliner Stadtteil Lichtenrade aus wie eine unscheinbare Bierkneipe. Doch am vergangenen Samstag ging es dort zumindest verbal recht handfest zu. Denn wie das Magazin „Panorama“ des NDR und Spiegel online berichten, versammelten sich dort an diesem Tag Rechtsextremisten aus dem Großraum Berlin. Es sprach: die in Vlotho wohnende, mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte 87-jährige Ursula Haverbeck. Die Mitbegründerin der wegen seiner rechtsradikalen Umtriebe 2008 verbotenen Bildungsstätte Collegium Humanum in Vlotho erntete dort den Berichten zufolge Beifall mit Sätzen wie: „Den Holocaust hat es nicht gegeben. Und immer mehr Juden sagen es auch.“ Es ist nicht das erste Mal, dass Haverbeck sich für solche Äußerungen vor Gericht verantworten muss. Doch dieser Auftritt gewinnt im Vorfeld des am 11. Februar vor dem Landgericht Detmold beginnenden Auschwitz-Prozesses in OWL besonderes Gewicht. Achim Ridder, Sprecher der Bielefelder Polizei, sagt für den Verfassungsschutz: „Wir haben Frau Haverbeck natürlich im Blick.“"Ich habe keine Angst vor dem Gefängnis" Am 12. November 2015 wurde Haverbeck vom Amtsgericht Hamburg wegen Volksverhetzung durch Äußerungen in zwei NDR-Interviews zu zehn Monaten Haft ohne Bewährung verurteilt. „Eine Berufungsentscheidung steht noch aus“, so eine Gerichtssprecherin auf Anfrage. „Sie sind unbelehrbar“, sagte der Hamburger Amtsrichter in seiner Urteilsbegründung. Die Vlothoerin ficht das jedoch nicht an. Sie habe keine Angst vor dem Gefängnis, sagte sie dem NDR. Als Zuhörer ihrer Rede hat der Sender etliche NPD-Funktionäre ausgemacht, wie Uwe Meenen oder Manuela Kokott – problematisch aus Sicht der Partei, denn aktuell verhandelt das Verfassungsgericht über ein NPD-Verbot.

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