Zerstörung: So wie dieses Schulgebäude sehen in Nepal noch viele öffentliche und private Häuser aus. - © Verein Wiederaufbauhilfe Nepal
Zerstörung: So wie dieses Schulgebäude sehen in Nepal noch viele öffentliche und private Häuser aus. | © Verein Wiederaufbauhilfe Nepal

Bielefeld/Gütersloh Wie die Hilfe für Erdbebenopfer aus Nepal ankommt

Aufbauhilfe-Verein mit Sitz in Gütersloh stellt beim Erdbeben im April zerstörte Klassenräume wieder her und versorgt Menschen mit Lebensmitteln

Matthias Bungeroth

Bielefeld/Gütersloh. Die Bilder vom großen Erdbeben in Nepal Ende April haben sich fest ins Gedächtnis von Claudia Ahrnepohl eingegraben. Nach offiziellen Angaben starben durch das Haupt- und zahlreiche Nachbeben rund 8.800 Menschen, 22.300 wurden verletzt. Viele Ortschaften sind bis heute weitgehend zerstört. „Da müssen wir helfen", sagte sich die in Gütersloh ansässige Heilpraktikerin und gründete dort mit anderen engagierten Menschen im Sommer den Verein „Aufbauhilfe Nepal". Mit dabei ist der in Bielefeld lebende Nepalese Santosh P. Ojha, der an der Bielefelder Universität Sozialwissenschaften studiert hat. „Wir müssen so viele Dinge machen", sagt Ohja, der im Oktober in seinem Heimatland war und dort weiter krisenhafte Verhältnisse vorfand. Die Aufbauhilfe Nepal hat sich vorgenommen, in der besonders von den Auswirkungen des Bebens betroffenen Region Dhading, westlich der Hauptstadt Kathmandu, Hilfe zu leisten. Trotz aller anderen Katastrophen in der Welt verhallten die Hilferufe des Vereins nicht und er bekam Spenden, mit deren Hilfe Klassenräume wieder aufgebaut wurden oder Menschen mit Grundnahrungsmitteln wie Reis versorgt wurden. Kontakt zu Schulen „Unser Geld kommt an", sagt Ahrnepohl. Man sei als kleine Organisation flexibler als staatliche Instanzen, die bis heute kein Geld für den Wiederaufbau des Landes freigegeben hätten. Über freiwillige Helfer vor Ort, sogenannte Volonteers, knüpft der Verein Kontakt zu Schulen oder hilfsbedürftigen Familien, wie Ahrnepohl berichtet. Mit den Schulen werden Verträge über den Wiederaufbau der Klassenräume geschlossen. Die Volonteers kaufen Baumaterial, das dann unter Aufsicht vor Ort verwendet wird. „Wir geben nicht einfach Geld aus. Die Schulen müssen sich bei uns bewerben", erläutert Ojha das Verfahren. Rund 7.000 Euro seien für Hilfsmaßnahmen in der Region Dadhing angekommen. „Wir organisieren auch ein Zahngesundheitsprogramm in den Schulen", berichtet Ohja. Drei Zahnärzte die sonst in einer Klinik in Kathmandu arbeiteten, werden ehrenamtlich in die Schulen gehen. Diese spezielle Hilfe sei für Februar 2016 vorgesehen. Er habe dies mit drei Schulleitern vor Ort persönlich vereinbart. In den vom Verein wieder aufgebauten Schulen werden zudem Kinder aus sozial besonders schwachen Familien mit einem Stipendium unterstützt, damit sie sich den Schulbesuch überhaupt erlauben können, wie Ahrnepohl berichtet. Dazu gehört die Ausstattung mit Kleidung, Schuhen, Büchern und Rucksack ebenso wie das Essen. „Wir versuchen in erster Linie Mädchen zu vermitteln, weil vielen Familien das Geld fehlt, um sie in die Schule zu schicken", erläutert Ahrnepol. Wer solch ein Stipendium finanzieren möchte, kann sich beim Verein Wiederaufbauhilfe Nepal melden. Die Volontäre vor Ort knüpfen dann einen Kontakt zu einer entsprechenden Familie und es wird eine konkrete Patenschaft begründet. Kosten: 25 bis 30 Euro pro Monat. Das gelang bei der fünfjährigen Nabina Bhandari, die ohne diese Hilfe nicht zur Schule gehen konnte. „Nun erhält Nabina ein monatliches Stipendium von einer Münchener Familie, welche inzwischen erfahren hat, dass Nabina eine eifrige und fleißige Schülerin ist", berichtet der Verein im Infobrief.

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