Der Toleranzminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Nahjan bin Mubarak Al Nahjan, kritisiert einen mangelnden Einfluss der Behördenauf Moscheen in Deutschland.  - © picture alliance / Benno Schwinghammer/dpa
Der Toleranzminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Scheich Nahjan bin Mubarak Al Nahjan, kritisiert einen mangelnden Einfluss der Behördenauf Moscheen in Deutschland.  | © picture alliance / Benno Schwinghammer/dpa

Abu Dhabi Minister aus Emiraten rät Deutschland Moscheen stärker zu kontrollieren

Durch strenge Regelungen werden laut Scheich Nahjan Mubarak Al Nahjan Anschläge verhindert

Abu Dhabi (dpa). Die nachlässige Kontrolle von Moscheen in Europa hat nach Ansicht eines emiratischen Ministers zu islamistischen Anschlägen auch in Deutschland geführt. „Man kann nicht einfach eine Moschee öffnen und jedem erlauben, dorthin zu gehen und zu predigen. Es muss eine Lizenz dafür geben", sagte Scheich Nahjan Mubarak Al Nahjan, der das Ressort für Toleranz leitet, der Deutschen Presse-Agentur in Abu Dhabi.

In Deutschland, aber auch in Frankreich, Großbritannien oder Belgien hätten sich Muslime radikalisiert, weil die Gotteshäuser und Gemeindezentren nicht stark genug von den Behörden kontrolliert würden. „Wir haben immer unsere Hilfe angeboten, wir haben immer angeboten, Menschen auszubilden", erklärte der Toleranzminister der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Bis heute sei sein Land aber nicht um Hilfe aus Europa gebeten worden.

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Die Regierung der Vereinigten Arabischen Staaten setzt sich in der arabischen Welt für eine strenge Trennung von Staat und Religion ein. Die Emirate haben in diesem Sinne häufig nationalistische statt islamistische Gruppierungen, die die Religion zur Erreichung ihrer politischen Ziele nutzen, in Krisenherden wie etwa in Libyen unterstützt. Die Emirate werden autoritär regiert.

In den autoritär regierten Emiraten am Golf stehen die Moscheen unter umfassender Kontrolle der Herrscher, die damit radikalen Tendenzen vorbeugen wollen. Zusammen mit mächtigen Geheimdiensten und weitreichenden Befugnissen der Sicherheitskräfte konnten in den VAE so größere Anschläge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder anderer Terrororganisationen in der Vergangenheit verhindert werden.

Religiöse Führer sollten eine Lizenz haben

„Und wir denken, dass auch in Europa etwas passieren muss", sagte Scheich Nahjan. Die Länder auf dem Kontinent hätten es gut gemeint, als sie „diesen Leuten" erlaubten, ihre eigenen Moscheen und ihre eigenen Gemeindezentren zu betreiben. Doch religiöse Führer müssten ausgebildet sein, sich mit dem Islam auskennen und eine Lizenz haben. Schließlich könne in Europa auch niemand einfach in eine Kirche gehen und die Predigt halten.

Nach dem Terroranschlag auf einem Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember 2016 hatten die Behörden die Berliner Fussilet-Moschee geschlossen. Der Islamisten-Treffpunkt war ein Anlaufpunkt für den tunesischen Attentäter Anis Amri gewesen.

In Deutschland spielt der Staat bei der Auswahl der Prediger in Moscheen keine Rolle. Moscheen brauchen auch keine Genehmigung.

Im November 2016 hatte die Polizei einen Prediger aus Hildesheim verhaftet. Der aus dem Irak stammende Islamist ist in Salafisten-Kreisen unter dem Namen Abu Walaa bekannt. Er steht im Verdacht, junge Muslime für die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angeworben zu haben. Der Verfassungsschutz beobachtet Dutzende Moscheen in der Bundesrepublik.

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