Pink zum Welt-Mädchentag - © Foto: Axel Heimken
Die Hamburger Petrikirche wird zum Welt-Mädchentag pinkfarben illuminiert. | © Foto: Axel Heimken

Fehlende Gleichberechtigung Welt-Mädchentag: pinkfarbene Gebäude, problematische Zahlen

Hamburg - Ob Funkturm in Berlin, Sankt-Petri-Kirche in Hamburg, Karlstor in München oder das Bielefelder Stadttheater: Zum Welt-Mädchentag erstrahlen heute in rund 30 deutschen Städten bekannte Gebäude und Wahrzeichen in Pink.

Mit der Aktion am Abend möchte das Kinderhilfswerk Plan International auf fehlende Gleichberechtigung weltweit aufmerksam machen. «Das ist ein starkes Signal für die Bildung und Gleichberechtigung von Mädchen und jungen Frauen auf dieser Welt», sagt Plan-Geschäftsführerin Maike Röttger. «Wir freuen uns sehr, dass wir mit dieser Beleuchtungsaktion zum Welt-Mädchentag auf eine solch große Resonanz stoßen und dass so viele Städte und Gemeinden zusammen mit uns ein Zeichen für die Stärkung von Mädchen setzen.»

In vielen Ländern werden Kinder, vor allem Mädchen, rechtlich benachteiligt. Um darauf hinzuweisen, haben die Vereinten Nationen den 11. Oktober zum Welt-Mädchentag erklärt. Der von Plan International initiierte Aktionstag wurde erstmals 2012 begangen.

Das Kinderhilfswerk ist der Auffassung, die Klischeefarbe Pink neu besetzt zu haben. Das kräftige Pink habe eine starke Signalkraft und vermittele Lebensfreude und Zuversicht - «genau das, was benachteiligte Mädchen und junge Frauen motivieren kann, für sich und ihre Rechte einzustehen».

Bundesfamilienministerin Katarina Barley sieht im Welt-Mädchentag einen wichtigen Anlass, um auf die «unhaltbare Situation» vieler Mädchen aufmerksam zu machen. Mädchen seien weltweit benachteiligt, Gleichberechtigung sei für sie noch immer ein Fremdwort, sagte die SPD-Politikerin laut einer Mitteilung ihres Ministeriums.

«In vielen Ländern haben Mädchen und junge Frauen keine Möglichkeit, eine Schule zu besuchen, werden zwangsverheiratet und in vielerlei Hinsicht daran gehindert, ihre Rechte wahrzunehmen», ergänzte die Ministerin.

Nach Angaben der Hilfsorganisation Save the Children werden weltweit 7,5 Millionen Mädchen illegal frühverheiratet. Weitere 100 Millionen hätten in ihren Heimatländern keinen rechtlichen Schutz vor einer Kinderehe. «Viele frühverheiratete Mädchen sind Gewalt und Missbrauch ausgesetzt, zudem werden sie ihrer Bildungs- und Entwicklungschancen beraubt - das muss ein Ende haben», sagte Susanna Krüger, Vorstandsvorsitzende von Save the Children Deutschland, laut der Mitteilung. Solange Kinderehen geschlossen würden, hätten Mädchen niemals die gleichen Chancen wie Jungen. Fortschritte gebe es zumindest in der Gesetzgebung mancher Länder.

Die SOS-Kinderdörfer wiesen darauf hin, dass in manchen Ländern die Benachteiligung für Mädchen sogar lebensbedrohlich sei. «In Indien werden immer noch weibliche Föten abgetrieben und weibliche Babys getötet oder weggegeben. Auch die Genitalverstümmelung in Ländern wie Jemen, Senegal oder Sudan hat schreckliche Folgen für das gesamte Leben dieser Mädchen», sagte Gitta Trauernicht, Vizepräsidentin der SOS-Kinderdörfer laut Mitteilung.

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