Der Angeklagte, links sein Anwalt, im Gerichtssaal im Landgericht Düsseldorf mit einem Aktenordner vor dem Gesicht. - © Marcel Kusch/dpa
Der Angeklagte, links sein Anwalt, im Gerichtssaal im Landgericht Düsseldorf mit einem Aktenordner vor dem Gesicht. | © Marcel Kusch/dpa

Düsseldorf Prozess um Kindesmissbrauch - Kontakt über Onlinespiel Minecraft

Cyber Grooming nennen Experten das Vorgehen von Pädo-Kriminellen im Internet

Düsseldorf (dpa). In Düsseldorf hat der Prozess gegen einen Mann begonnen, der im Onlinespiel Minecraft Kontakt zu einem Zwölfjährigen aufgenommen und ihn später missbraucht haben soll. Der 35-Jährige steht nun wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs vor dem Landgericht. Noch vor Verlesung der Anklage am Freitag schloss das Gericht die Öffentlichkeit aus. Der Verteidiger des 35-Jährigen hatte zuvor argumentiert, dass andernfalls „schutzwürdige Interessen" seines Mandaten verletzt würden.

Den Ermittlungen zufolge gewährte der Mann dem Jungen aus der Schweiz als Administrator Vergünstigungen bei dem Onlinespiel und gewann schon bald das Vertrauen des Kindes. Er überredete den Jungen demnach zu einem Treffen. Cyber Grooming nennen Experten das Vorgehen von Pädo-Kriminellen im Internet.

Der Anwalt des zwölf Jahre alten Opfers sagte, es gehe dem Jungen sehr schlecht. Er werde wegen der intensiven Medienberichterstattung über den Fall ständig auf die Tat angesprochen.

Experten über Cyber-Grooming

Beim sogenannten Cyber-Grooming machen sich Erwachsene im Internet mit sexuellen Absichten an Kinder und Jugendliche heran. Der Begriff „grooming" bedeutet im Deutschen „anbahnen" oder „vorbereiten". Die Täter geben sich in sozialen Netzwerken und Chats oft jünger aus als sie sind, bauen mit Schmeicheleien Vertrauen auf und belästigen ihre Opfer dann sexuell.

Die Täter sprechen über Liebe und Sex und überreden ihre Opfer oft, ihnen intime Informationen oder Fotos zu schicken. Dann machen sie mit der Drohung Druck, die Bilder im Umfeld des Betroffenen zu verbreiten und stellen weitere Forderungen.

Oft versuchen sie, das Opfer zu einem persönlichen Treffen zu zwingen, bei dem sie es dann sexuell missbrauchen. Die strafrechtlichen Folgen regelt Paragraf 176 des Strafgesetzbuches.

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