Leere Schienen: Wer heute morgen, wie hier am Bahnhof Solingen, auf einen Zug aus Wuppertal wartete, wurde enttäuscht. - © dpa
Leere Schienen: Wer heute morgen, wie hier am Bahnhof Solingen, auf einen Zug aus Wuppertal wartete, wurde enttäuscht. | © dpa

Wuppertal Wuppertal ist seit heute vom Bahnverkehr abgeschnitten

Verkehr am ersten Montag weitgehend reibungslos

Wuppertal (dpa). Im Raum Wuppertal ist Improvisieren angesagt: Die Bahn fährt die siebtgrößte Stadt in NRW wochenlang nicht an. Als Ersatz ist eine Armada von Bussen in der Region unterwegs. Am ersten Morgen nach der Sperrung ist die Verkehrslage allerdings entspannt.

„Es läuft auf den Straßen", sagte ein Polizeisprecher. Es habe am Montagmorgen kaum Staus im Stadtgebiet gegeben. Die siebtgrößte Stadt in Nordrhein-Westfalen ist seit Sonntagabend für mehr als sechs Wochen komplett vom Netz der Bahn abgeschnitten. An Werktagen sind täglich Zehntausende Pendler betroffen.

Die sonst auf der Bahnstrecke fahrenden Verkehrsunternehmen setzen 230 Fahrer und 90 Busse ein, um den Zugverkehr zu ersetzen. „Die Situation ist entspannt, trotz des Regenwetters", sagte ein Bahnsprecher am Morgen. „Man merkt, dass Ferien sind und deutlich weniger Pendler unterwegs sind."



Acht Schnellbusse pro Stunde

Zahlreiche Bahnmitarbeiter seien im Einsatz, um Reisenden zu helfen. Der Schienenersatzverkehr verbindet Wuppertal mit dem benachbarten Solingen und dem etwa 30 Kilometer entfernten Düsseldorf. Zwischen Wuppertal und der Landeshauptstadt fahren bis zu acht Schnellbusse pro Stunde und Richtung. Der Fernverkehr mit ICE- und IC-Zügen wird über das Ruhrgebiet umgeleitet.

Grund für den mehr als sechs Wochen langen Stopp des Bahnverkehrs ist die Einrichtung eines neuen Stellwerks für 32 Millionen Euro. Das neue Werk ersetzt drei überalterte Anlagen aus den 1960er Jahren.

Viele betroffene Pendler können in der Zeit von zu Hause aus arbeiten oder haben Fahrgemeinschaften gebildet. Am 30. August soll der Schienenverkehr wieder nach Plan laufen.

Nach den Erfahrungen aus der ersten Sperrung in den Osterferien haben Bahn und beteiligte Verkehrsunternehmen die Ersatzverbindungen mit Bussen massiv ausgeweitet. Reisende hatten heftig Kritik geübt: Teils mussten Fahrgäste ortsunkundigen Fahrern den Weg zeigen. Die Fahrtzeiten auf der überfüllten Autobahn waren zu knapp kalkuliert und die Ersatzhaltestellen schlecht ausgeschildert.

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