Tod nach falschem Notruf - © Foto: Fernando Salazar/The Wichita Eagle
Polizisten untersuchen in Wichita den Einsatzort. | © Foto: Fernando Salazar/The Wichita Eagle

25-Jähriger in Haft Fake-Notruf in den USA mit tödlichen Folgen

Los Angeles/Wichita - Ein 25-jähriger Amerikaner soll durch einen falschen Notruf bei der Polizei indirekt den Tod eines völlig unschuldigen Familienvaters verursacht haben.

Der Verdächtige wurde am Freitagnachmittag (Ortszeit) festgenommen - einen Tag nach dem tödlichen Vorfall in Wichita (US-Staat Kansas).

Dem Festgenommenen wird vorgeworfen, in dem Notruf eine Geiselnahme vorgetäuscht zu haben. Die dadurch an den vermeintlichen Ort des Verbrechens gelockte Polizei erschoss dann einen 28-Jährigen, den sie für den Geiselnehmer hielt.

Unklar blieb zunächst, ob der Festgenommene mit einer Person identisch ist, die sich vor der Festnahme auf Twitter und in Interviews zu dem Fake-Notruf bekannt hatte. Der «Washington Post» zufolge gab der Unbekannte unter dem dem Twitternamen «SWAuTistic" an, professionell - das heißt gegen Bezahlung - Streiche solcher Art zu spielen.

Konkret gab der Anrufer an, er habe seinen Vater erschossen und nun seine Waffe auf seine Mutter und einen jüngeren Bruder gerichtet. Auch habe er damit gedroht, das Haus in Brand zu setzen, wie der stellvertretende Polizeichef von Wichita, Troy Livingston, sagte. Nach seinen Worten trat bei der Ankunft der Polizei am vermutlichen Tatort ein Mann vor das Haus und machte Bewegungen, die vermuten ließen, dass er eine Waffe habe ziehen wollen. Daraufhin habe ein Polizist geschossen.

Hintergrund des Fake-Notrufs soll US-Medien zufolge ein Streit zwischen zwei Internet-Computerspielern gewesen sein: Der eine habe dem anderen einen Streich spielen wollen, jedoch bei der Polizei eine falsche Adresse angegeben. Der später getötete Mann habe mit beiden Spielern nichts zu tun gehabt.

In der Online-Gaming-Szene sind derartige «Streiche» nichts Unbekanntes und werden «Swatting» genannt. Dabei setzt jemand einen falschen Notruf ab, damit das Haus eines anderen von der Polizei gestürmt wird - am besten dann, während das Opfer noch live vor seiner Webcam sitzt. Das Wort «Swatting» leitet sich von den «SWAT» genannten Spezialeinsatzkommandos der US-Polizei ab.

«SWAuTistic» gab nach Medienberichten an, ein aufgebrachter Online-Spieler habe ihn kontaktiert und dazu veranlasst, den Notruf zu tätigen.

Links zum Thema
Pressekonferenz der Polizei von Wichita
Washington Post

Copyright © Neue Westfälische 2018
Copyright © dpa - Deutsche Presseagentur 2018
Texte und Fotos von nw.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Die Kommentarfunktion für diesen Artikel ist deaktiviert.

nw.de bietet Ihnen unter vielen Artikeln und Themen die Gelegenheit, Ihre Meinung abzugeben, mit anderen registrierten Nutzern zu diskutieren und sich zu streiten. nw.de ist jedoch kein Forum für Beleidigungen, Unterstellungen, Diskriminierungen und rassistische Bemerkungen. Deshalb schalten wir bei Artikeln über Prozesse, Straftaten, Demonstrationen von rechts- und linksradikalen Gruppen, Flüchtlinge usw. die Kommentarfunktion aus. Näheres dazu lesen Sie in unseren Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion (Netiquette) und in dem Kommentar unseres Chefredakteurs Thomas Seim zur Meinungsfreiheit im Forum der NW.

realisiert durch evolver group