Bielefeld Heimspiel für Casper in Bielefeld

2.500 Menschen bejubelten den Rapper und seine Gäste im Ringlokschuppen

"Das ist für mich ein Traum!" gesteht Casper mit feuchten Augen. - © FOTO: SARAH JONEK
"Das ist für mich ein Traum!" gesteht Casper mit feuchten Augen. | © FOTO: SARAH JONEK
Heimspiel für Casper

in Bielefeld - © Kultur
Heimspiel für Casper
in Bielefeld | © Kultur

Bielefeld. Zuhause ist es doch am schönsten, das weiß auch Rapper Casper. Nach den besinnlichen Feiertagen im Kreis der Familie spielte der Wahlberliner gemeinsam mit den Idolen seiner Jugend in seiner ostwestfälischen Heimat groß auf und verwandelte den Ringlokschuppen mit 2.500 begeisterten Zuschauern in einen brodelnden Hexenkessel.

Zum Bielefelder Part des "Willkommen-Zuhause-Festivals" hatte Casper die befreundeten Musiker "Rocky Votolato", "Slime" und "Prinz Pi" mitgebracht, während zeitgleich "K.I.Z." in Berlin und "Kraftklub" in Chemnitz – mit jeweils drei weiteren Bands – auf der Bühne standen. Drei Städte, drei Konzerte, insgesamt zwölf Musikacts und eine Livestream-Übertragung im Internet.

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Wer sich den Auftritt von Casper noch einmal ansehen will, gelangt hier zum Live-Video von tape.tv.

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Zum Auftakt des Konzertmarathons, während viele noch vor der Halle in der Schlange stehen, präsentiert der amerikanische Singer und Songwriter Rocky Votolato eine Handvoll Songs, die behutsam für die richtige Stimmung sorgen.

"Die Helden meiner Jugend"

Als die Punkrocker von Slime, die Casper "die Helden meiner Jugend" nennt, dann die Bühne betreten, ist die Schonfrist fürs Trommelfell abgelaufen. Mit kreischenden Gitarren, hämmerndem Schlagzeug und kräftig wummerndem Bass im Rücken pfeffert Sänger Dirk Jora wie in den Achtzigern vornehmlich politisch links orientierte Parolen ins Publikum, die nicht bei allen gut ankommen.

Ganz anders der Auftritt von Prinz Pi, der die Menge zu lenken weiß. Mit den ersten Takten von "Du bist" trifft er ins Schwarze: Die Menge tobt, springt, klatscht, jubelt, was der Prinz auch verlangt, sie folgt willig. Als Casper, der auf den bürgerlichen Namen Benjamin Griffey hört, zum Höhepunkt des Abends mit "Halbe Mille" die Bühne betritt, ist die Stimmung bereits auf dem Siedepunkt.

Die Luft ist tropisch heiß, Kondenswasser tropft von der Decke, der Schweiß rinnt in Strömen. Die Songreihe "Unzerbrechlich", "Alaska" und "Rock’n’Roll" lässt das Stimmungsbarometer platzen. Casper vergisst beim Letztgenannten zwar den Text, sorgt aber mit seiner spontanen Freestyle-Einlage für Begeisterungsstürme.

Mit feuchten Augen

Auf sein Geheiß wippen die Arme in Hip-Hop-Konzertmanier im Takt auf und nieder, mit feuchten Augen gesteht Casper: "Das ist für mich ein Traum!".

Früher hat er im Ringlokschuppen bei Konzerten an der Theke gearbeitet, jetzt steht er selbst ganz oben und ist sichtlich gerührt vom Zuspruch, der ihm entgegenschlägt. Heimatgefühle der besonderen Art auf beiden Seiten.

Nach über vier Konzertstunden müssen Casper und seine Band dann auch nur noch einmal auf die Bühne zurückkommen. Mit "So Perfekt" beendet der in Extertal geborene Künstler dann passend sein Heimspiel. Zuhause ist es wirklich am schönsten.

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