"Tatort" 2012 – eine Bilanz

Im nächsten Jahr kommen fünf neue Teams / OWL bleibt ohne Kommissar

"Tatort" 2012 - eine Bilanz - © Kultur
"Tatort" 2012 - eine Bilanz | © Kultur

Berlin. Für "Tatort"-Fans wird 2013 ein ereignisreiches Jahr: fünf neue Teams gehen an den Start. Es gilt, den Überblick zu bewahren und sich im Kalender Termine anzustreichen. Die Schlagzahl ist erhöht. Mit 35 Erstausstrahlungen und viel Theater rund um die Krimireihe waren die vergangenen zwölf Monate bereits ein bewegtes "Tatort"-Jahr.

Am 27. Januar sendet die ARD den Fall "Melinda", der erste neue Saarbrücker "Tatort" mit Devid Striesow und Elisabeth Brück als Jens Stellbrink und Lisa Marx. Und wahrscheinlich folgt am 10. März – der NDR bestätigt es noch nicht – der lang erwartete neue Hamburger "Tatort" mit Ermittler Nick Tschiller, gespielt von Til Schweiger, und seinem Kollegen Yalcin Gümer alias Fahri Yardim. Holt der actionreiche Schweiger-Premierenfilm "Und bist du nicht willig", in dem es um Kinderprostitution geht, sogar eine höhere Quote als die klamaukigen Münsteraner Krimis mit Axel Prahl und Jan Josef Liefers?

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"Frisches Blut"

Bisher sind sie absoluter Publikumsliebling, dicht gefolgt vom Kölner "Tatort" und Ermittlerin Charlotte Lindholm alias Maria Furtwängler, die mit dem Hannoveraner Team Bronze im Wettstreit um die Quoten holt.

Das norddeutsche Team mit Achim Buch, Wotan Wilke Möhring und Sebastian Schipper. - © FOTO: DPA
Das norddeutsche Team mit Achim Buch, Wotan Wilke Möhring und Sebastian Schipper. | © FOTO: DPA

Aber Ende 2013 geht in Erfurt das bislang jüngste Ermittlerteam – Alina Levshin (28), Friedrich Mücke (31) und Benjamin Kramme (30)– auf Verbrecherjagd, zudem tritt Wotan Wilke Möhring als norddeutscher Ermittler Thorsten Falke an. Und zu Weihnachten kommenden Jahres gibt es dann den ersten skurrilen Krimi aus Weimar mit Christian Ulmen und Nora Tschirner – er als vornamenloser Kommissar Lessing und sie als Kommissarin Kira Dorn. "Wir beide werden garantiert den weltbesten ,Tatort’ machen", sagte Ulmen kürzlich ganz unbescheiden der Zeitschrift TV Movie.

Was das Jahr 2012 angeht, ist sich die TV-Nation uneins: War es ein gutes "Tatort"-Jahr oder eine harte Probe? Kaum eine Woche ohne News rund um die beliebte ARD-Krimireihe. "Das Format ist seit 40 Jahren das Gleiche", sagt Frank Tönsmann, "Tatort"-Redakteur beim WDR. Es ginge seither um die Frage: "Wer hat es getan?" Nur die Zahl der Drehorte und Schauspieler hätte zugenommen. "Damit wird für frisches Blut und mehr Identifikation gesorgt. Durch Wiedererkennen bekannter Straßen, Cafés und Geschäfte."

Manchen Zuschauer hat das viele "Tatort"-Theater jedoch irritiert. "Das fängt an, auch mich zu nerven", sagte etwa Thomas Gottschalk der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Und "Stromberg"-Darsteller Christoph Maria Herbst gestand der Bunten: "Ich habe da komplett den Überblick verloren." Sogar einige "Tatort"-Kommissare zeigen sich verwundert: "Der ,Tatort’ ist eine Blase geworden", sagte Ulrich Tukur, der den hessischen Ermittler Felix Murot spielt. "Es gibt ja fast keine deutsche Stadt mehr über 100.000 Einwohner, die nicht über einen ,Tatort’-Kommissar verfügte."

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