Die Kunsthalle Bielefeld - © FOTO: ANDREAS ZOBE
Die Kunsthalle Bielefeld | © FOTO: ANDREAS ZOBE

Bielefeld Kunsthalle Bielefeld: Besucherzahlen deutlich gesunken

Bielefeld. Das Jahr 2012 neigt sich dem Ende zu. Und damit auch das Ausstellungsjahr in der Bielefelder Kunsthalle. Es ist das erste Jahr, für das der neue Direktor, Friedrich Meschede, die komplette kuratorische Verantwortung trägt.

Schaut man allein auf die Besucherzahlen, dann war es kein erfolgreiches Jahr, denn lediglich 36.000 Kunstinteressierte wollten die drei großen Ausstellungen sehen. 55.000 sind es, zählt man die noch in dieses Jahr mit hineinreichende aber von Meschede nicht verantwortete Picasso-Schau mit. Die Ausstellung mit Arbeiten des Bielefelder Mikrofotografen Carl Strüwe besuchten demnach 16.000 Gäste, Fujimotos Architektur wollten rund 14.000 Besucher sehen und für die Künstler-Familie Smith interessierten sich lediglich 6.000 Besucher.

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Zum Vergleich: 2011 kamen 114.500 Zuschauer in die vier Ausstellungen. 2010 waren es 90.000 Gäste, 2009 fanden 80.000 Besucher den Weg in die Kunsthalle und im Rekordjahr 2008 waren es 131.000.

Rekordjahr 2008

Die guten Zahlen der Vergangenheit sind vor allem auf zugkräftige Namen zurückzuführen. Im Jahr 2011 lockte allein die Schau "Picasso 1905 in Paris" rund 49.000 Besucher in die Kunsthalle und der Westfälische Expressionismus zog nochmals 31.000 Interessierte an. Im Rekordjahr 2008 war es die Emil Nolde-Schau, die die Zahlen nach oben trieb.

Ähnlich starke Publikumsmagnete fehlten in diesem Jahr, so dass die Zahlen nun eher bescheiden ausfielen. Wobei Meschede vor allem mit seiner dem aufstrebenden japanischem Architekten Sou Fujimoto gewidmeten Ausstellung auch in der überregionalen Presse sehr positive Resonanz hatte. "Die Zahlen könnten besser sein", räumte Friedrich Meschede am Donnerstag auf Nachfrage ein. Eine Krise sehe er aber nicht. "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die besten Ausstellungen gezeigt haben, die die Kunsthalle Bielefeld bisher gesehen hat." Ich wüsste nicht, wie wir dieses inhaltlich kontrastreiche Programm noch steigern sollten, betonte Meschede und sagte: "Ich bin inhaltlich absolut überzeugt, dass das der richtige Weg ist."

Am 20. Dezember will die Kunsthalle die Zahlen offiziell der Presse vorstellen. Vorgestellt wird dann auch auch das Ausstellungsprogramm für das Jahr 2013. Das wird eröffnet mit einer Schau zum deutschen Symbolismus und dessen "Schönheit und Geheimnis". Im Sommer werden dann die Wände der Kunsthalle Bielefeld "Auf Zeit" in neuer Gestalt zu sehen sein, wenn die "Geschichte der Wandmalerei" mit zeitgenössischen Künstlern vorgestellt wird. Ab November 2013 wird unter dem doppelsinnigen Titel "To open eyes" dann das Thema "Kunst und Textil vom Bauhaus bis heute" vorgestellt. Auch 2013 scheint Meschede eher nicht auf ein publikumsträchtiges Zugpferd zu setzen – vom deutschen Symbolismus vielleicht abgesehen.

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