Liedermacher und Entertainer Olli Schulz redet und redet und redet -  mehr als er singt. - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Liedermacher und Entertainer Olli Schulz redet und redet und redet - mehr als er singt. | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld Olli Schulz und die schrebbelnde Gitarre

Mit neuer Platte "SOS - Save Olli Schulz" im Ringlokschuppen

Bielefeld. Die große Halle im Ringlokschuppen ist dunkel, über der Bühne hängt eine Leinwand, "Hallo Leute" erscheint darauf. Dann ein kurzes, skurriles, vom Maffay-Song "Roadie" untermaltes Video, in dem Olli Schulz, mit Stirnband, Lederweste und kurzen Hosen bekleidet, als eben solcher auftritt. Schon zu Beginn des Abends dürfte allen klar sein, dies wird kein gewöhnlicher Konzertabend.

Der aus Hamburg stammende Liedermacher und Entertainer Olli Schulz ist anders: er redet und redet und redet – mehr als er singt. Neben seiner großen Leidenschaft für die Musik, arbeitet er als Radiomoderator und tritt regelmäßig im Fernsehen auf. Seit 2011 ist er fester Bestandteil der ZDFneo-Sendung "NeoParadise", unter anderem mit seiner Rubrik "Erotik aus Deutschland".

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Jetzt kurz vor Weihnachten tourt er mit seiner aktuellen Platte "SOS – Save Olli Schulz" mal wieder durch die Lande und spielt zwei Dutzend Konzerte in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seine Songs erzählen kleine Geschichten, wie sie nur das Leben selbst schreibt. Gepaart mit einem ordentlichen Schuss Humor und einer großen Prise Sarkasmus, nimmt er sich selbst und seine Umwelt aufs Korn.

Kleine, persönliche Geschichten

In "Bettmensch" huldigt er der eigenen Faulheit und dem fröhlichen Nichtstun, in "Spielerfrau" präsentiert er das Leben an der Seite eines Fußballstars und in "Irgendwas fehlt" widmet er sich der großen Liebe, die doch nicht funktioniert. Zwischen den einzelnen Songs erzählt er kleine, persönliche Geschichten, die an Absurdität kaum zu überbieten und trotzdem – nach eigenen Angaben - mindestens zu 90 Prozent wahr sind.

Beim letzten Klassentreffen hat er nicht nur seine Jugendliebe "Jessica" wiedergesehen, sondern auch seinen ehemaligen Banknachbarn Martin Luser, der jetzt eine Koreanerin geheiratet hat und nun Martin Luser-Kim heißt. "Das gibt’s doch nicht", amüsiert sich Schulz. Am besten ist er, wenn ihm spontan etwas in den verqueren Sinn kommt, und er dafür sogar seine Lieder unterbricht. Die Zuschauer schütteln auf ihren Stühlen ungläubig die Köpfe und müssen herzhaft lachen über so viel Unsinn und Klamauk.

Begleitet wird er von seinem "Lieblingsschlagzeuger" Ben Lauber, der den Schulz-Songs den richtigen Beat verleiht. Und auch wenn Schulz weder als Sänger noch als Gitarrist überdurchschnittlich begabt ist, tut das seinen Stücken keinen Abbruch. Ganz im Gegenteil: sie wirken umso authentischer, wenn die Gitarre schrebbelt oder er einen Ton daneben setzt. Schulz ist wie er ist, ein authentisches Original, das abseits aller Perfektion für gute Laune sorgt.

Eulenbabys und junge Pferde

Auf der Leinwand über der Bühne zeigt er zu jedem Song ein neues, lustiges Tierbild, mal von Eulenbabys oder jungen Pferden, dann eine Fotomontage von einem Pinguin mit Husky-Kopf. Schulz freut sich, das Publikum auch.

Und als er dann noch erzählt, wie er zusammen mit Bela B. von den Ärzten, während einer Gala für den guten Zweck in Berlin, in eine Schlägerei geriet, fordern die Zuschauer auch noch die zweite Geschichte, die Schulz zu Farin Urlaub auf Lager hat. Doch die behält er für sich.

Nach gut 100 Minuten Programm und einem satten Zubrot gibt es dann noch ein Weihnachtslied, "Merry Christmas" in Schulz-Manier. Das Publikum bedankt sich stehend, mit viel Applaus.

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