Vater Bruce und Sohn Dylan. - © FOTO: ANDREAS FRÜCHT
Vater Bruce und Sohn Dylan. | © FOTO: ANDREAS FRÜCHT

Bielefeld Bruce und Dylan Guthro gastierten im Bielefelder Ringlokschuppen

"Runrig"-Frontmann auf Solo-Tournee

Bielefeld. Wie der Vater so der Sohn, lautet ein bekanntes Sprichwort. Für Bruce und Dylan Guthro trifft dies zweifellos zu, denn bevor sein Vater Bruce auf die Bühne tritt, präsentiert Dylan einige Songs von seinem Debütalbum "All that’s true" auf seiner Akustikgitarre. Beide sind Vollblutmusiker, die mit großer Leidenschaft das Publikum im kleinen Saal des Ringlokschuppens für sich einnehmen.

Der kanadische Singer und Songwriter Bruce Guthro wandelt aber nicht nur auf Solopfaden, sondern tourt auch als Frontmann der schottischen Folk-Formation "Runrig" durch Europa. Deshalb spielt er Anfang November solo nur ein halbes Dutzend kleinerer Konzerte, ehe er wieder mit "Runrig" größere Hallen füllt.

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Bruce Guthro ist mit seiner Band zu Gast in Bielefeld, die mit ihrer individuellen Klasse ein harmonisches Ganzes bildet. Dylan spielt im Rücken seines Vaters die Bassgitarre, während Schlagzeug und Piano mit viel Gefühl den soliden Grund des Sounds liefern.

Durch Akkordeon, Ellenbogenpfeife und Geige entsteht ein keltischer Charakter, der durch Guthros charismatische Stimme stimmungsvoll illustriert wird. Neben Klassikern, wie "The water is wide" und "The Parting Glass" finden sich auch einige Popsongs auf dem aktuellen Guthro Album "Celtic Crossing". Die kommen live flotter daher, laden zum Tanzen ein. Zu "The wild Rover", auf Deutsch besser bekannt als "An der Nordseeküste", klatschen die Zuschauer spontan mit.

Nach knapp einer Stunde gönnen sich die Musiker eine wohl verdiente Pause. Als sie aber nach rund 30 Minuten zurück auf die Bühne kommen, ist die Stimmung merklich abgekühlt und muss behutsam wieder aufgebaut werden. Guthro nimmt einen genüsslichen Schluck einer bernsteinfarbenen Flüssigkeit und singt mit einem Augenzwinkern: "Today I’m drunk and I’m seldom sober."

Zwischen den einzelnen Songs plaudert Bruce aus dem Nähkästchen, spaßt mit seinen Mitstreitern und erzählt kleinen Anekdoten aus seiner Jugend und der kanadischen Heimat. Neben einer außergewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehung steht der Abend ganz im Zeichen guter Laune und musikalischer Finesse. Die Musiker haben sichtlich Spaß auf der Bühne, der sich auf die Zuschauer überträgt. Die Chemie stimmt einfach.

Nach gut zwei Stunden ist der offizielle Teil des Programms beendet, die Zuschauer klatschen so fordernd im Takt, dass Guthro beinahe vergisst, die Bühne erst noch einmal zu verlassen. Als Zugabe gibt es dann die englische Variante von "Nehmt Abschied Brüder", die die Zuschauer in Deutsch und Englisch begeistert mitsingen.

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