Die Reportage über das Geisterdorf Immerath (Foto) hat den "Vor Ort NRW"-Preis gewonnen. Das Dorf muss dem Kohletagebau weichen, die Bewohner wurden bereits umgesiedelt. - © Matthias Schwarzer
Die Reportage über das Geisterdorf Immerath (Foto) hat den "Vor Ort NRW"-Preis gewonnen. Das Dorf muss dem Kohletagebau weichen, die Bewohner wurden bereits umgesiedelt. | © Matthias Schwarzer

Bielefeld NW-Reportage für Journalistenpreis "Vor Ort NRW" nominiert

Das Multimedia-Stück beschäftigt sich mit dem Dorfsterben im Rheinland. Wegen des Kohleabbaus müssen unzählige Menschen ihre Heimat verlassen.

Bielefeld. Erneut ist eine NW-Reportage für den Journalistenpreis "Vor Ort NRW" nominiert. Der Preis der LfM-Stiftung zeichnet einmal im Jahr innovative Formate im Lokal- und Regionaljournalismus in Nordrhein-Westfalen aus. In diesem Jahr ist NW-Digitalredakteur Matthias Schwarzer mit seinem Text "Die letzten Tage eines Geisterdorfs" in der Endrunde.

Die Multimedia-Reportage zeigt die Auswirkungen des Braunkohletagebaus für Dorfbewohner im Rheinland. Weil unter ihren Ortschaften Braunkohle liegt, mussten bereits seit den Sechzigerjahren unzählige Bewohner ihre Heimat verlassen. Für den Tagebau "Garzweiler" werden ganze Orte abgerissen - samt historischen Gebäuden, Denkmälern und Burgen. Die Bewohner werden in Neubaugebiete umgesiedelt.

Links zum Thema
Reportage: Die letzten Tage eines Geisterdorfs - wie der Kohletagebau ganze Orte verschwinden lässt

Für die Reportage hat sich der Digitalredakteur mit Bewohnern der Orte Borschemich und Immerath getroffen. In seinem Text erzählen sie in Text und Videoform vom Verlust ihrer Heimat, ihren Sorgen und Ängsten. Bilder und Videos dokumentieren den Verfall der einst belebten Dörfer bis zum Abriss durch den Bagger. Dafür hat Schwarzer die Orte seit 2012 gleich mehrmals besucht.

Die Jury des "Vor Ort NRW"-Preises hat die Reportage zusammen mit zwei weiteren Einreichungen in der Kategorie "Innovatives Format im Lokalen" nominiert. Ebenfalls nominiert ist ein Projekt zum Schulausfall in NRW von Correctiv und den Ruhr Nachrichten, sowie die Handelsblatt-Reportage "Der Beutezug". In der Kategorie "Neue Stimme im Lokalen" stehen zudem drei lokale Blogs aus Bocholt, Münster und Köln auf der Nominiertenliste.

Die Juryvorsitzende Andrea Hansen bewertet die Einreichungen in einer Mitteilung so: "Die Bandbreite der Beiträge ist extrem vielfältig. Wir hatten sehr unterschiedliche Angebote inhaltlich, aber auch, was die Darstellungsformen angeht. Und was uns sehr gefreut hat für einen Preis für Nordrhein Westfalen: Das gesamte Bundesland war vertreten. Wir hatten nicht nur Schwerpunkte in den Metropolen, sondern auch das, was landläufig gerne als Provinz bezeichnet wird, war sehr, sehr gut vertreten. Da tut sich also eine ganze Menge und das hat uns sehr gefreut."

Digital-Redakteur Matthias Schwarzer wurde ausgezeichnet. - © NW
Digital-Redakteur Matthias Schwarzer wurde ausgezeichnet. | © NW

Digitalredakteur Matthias Schwarzer freut sich über die Nominierung: "Ich habe versucht, das komplexe Thema Energiepolitik und Klimawandel anhand von Einzelschicksalen zu erzählen. Nur wenige wissen, dass Menschen mitten in NRW ihre Heimat verlieren, damit bei uns der Strom aus der Steckdose kommt." Dank der Nominierung beim "Vor Ort NRW"-Preis werde das Thema nun einem noch größeren Publikum zugänglich gemacht.

Bereits im vergangenen Jahr war eine NW-Reportage für den "Vor Ort NRW"-Preis nominiert - und ging am Ende sogar als Sieger hervor. Das Multimedia-Stück "Mittendurch" von Johannes Wöpkemeier und Jürgen Krüger dokumentiert den Bau der A30-Ortsumgehung in Bad Oeynhausen.

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