Am 23. April wird der Tag des deutschen Bieres gefeiert. 2016 wird zudem auf 500 Jahre Reinheitsgebot zurückgeblickt. - © dpa
Am 23. April wird der Tag des deutschen Bieres gefeiert. 2016 wird zudem auf 500 Jahre Reinheitsgebot zurückgeblickt. | © dpa

Bielefeld Die Lieblingsbiere der NW-Redaktion

Deutschland feiert 500 Jahre Reinheitsgebot: Am 23. April ist Tag des deutschen Bieres

Annika Falk-Claußen

Bielefeld. Die Liebe zum Bier wird einer Fränkin quasi in die Wiege gelegt. Ich bin geboren in Nürnberg und aufgewachsen in der Fränkischen Schweiz. In der Region, die weltweit die höchste Dichte an Brauereien aufweist.

Biergenuss ist natürlich Geschmackssache, aber wichtig finde ich, dass man einheimische Brauereien unterstützt, damit die Bier-Tradition in Deutschland weiterleben kann. Zum Tag des deutschen Bieres am 23. April habe ich meine Kollegen gebeten, mir ihre Lieblingsbiere zu verraten.

Elchbräu kommt aus Thuisbrunn in der Fränkischen Schweiz. - © Annika Falk-Claußen
Elchbräu kommt aus Thuisbrunn in der Fränkischen Schweiz. | © Annika Falk-Claußen

Mein persönlicher Favorit ist das Thuisbrunner Elchbräu, das aus einer kleinen Brauerei in meiner Heimat kommt. Georg Kugler braut zwar erst seit 2007 sein leckeres Dunkles, Bock und Pils, zwei davon sind aber schon ausgezeichnet, mit dem European Beer Star Award 2010 in Bronze in der Kategorie "German-Style Kellerbier Dunkel” und 2012 in Gold in der Kategorie "German-Style Kellerpils". Kaufen kann man das Elchbräu in Ostwestfalen leider nicht, aber ein Besuch in der Fränkischen Schweiz lohnt sicher immer. Dort gibt es auch zahlreiche Bier-Touren, bei denen man von Brauerei zu Brauerei wandert oder fährt. Thuisbrunn und das Elchbräu kreuzt man übrigens auf dem Fünf-Seidla-Steig.

NW-Chefredakteur Thomas Seim trinkt gerne Veltins: "Weil es mir bei richtiger Temperatur - des Bieres und am Sommerabend - aus den kleinen bauchigen Traditionsfläschchen am besten schmeckt."

Information
  • Das Reinheitsgebot gilt als das älteste, heute noch gültige Lebensmittelgesetz der Welt. 1516 verkündeten die bayerischen Herzöge Wilhelm IV. und Ludwig X., dass „zu keinem Bier mehr Stücke als allein Gersten, Hopfen und Wasser verwendet und gebraucht werden sollen". Die Wirkung der Hefe war schon früh bekannt, wissenschaftlich aber erst Ende des 19. Jahrhunderts erforscht.
  • Das Reinheitsgebot hatte vor allem praktische Gründe: Gerste sollte als einziger Rohstoff für die Herstellung von Malz verwendet werden. Damit blieben die anderen Getreidesorten dem Brotbacken vorbehalten.

    Das Reinheitsgebot sollte Menschen aber auch vor Gefahren und gesundheitsschädlichen Zutaten schützen. Steigende Rohstoffpreise verleitete viele Brauer zur Panscherei. Auch Halluzinogene wie das Bilsenkraut wurde beigemischt, um den Rausch zu verstärken.

    2016 wird das 500-jährige Bestehen des Reinheitsgebotes gefeiert. Dass Biere trotz der Vorgabe unterschiedlich schmecken, liegt unter anderem an der Brauart, am Brauwasser, der Art, wie das Getreide gemälzt wurde und auch an den Aromen des verwendeten Hopfens. (dpa)

Dirk Müller (Politik) empfiehlt eine kleine Brauerei, die Michael Zerbst in Werthers Ortsteil Rotingdorf betreibt. Das "Rotingdorfer" ist naturtrüb und süffig und schmeckt am besten aus dem Pitcher vor Ort beim regelmäßigen Kneipenabend an jedem Donnerstag. Übrigens: Man zahlt nach Aufenthaltsdauer je angefangene halbe Stunde. Und der Brauer hat immer auch was leckeres als kulinarische Grundlage im Angebot. Unbedingt für einen nüchternen Chauffeur sorgen.

Carolin Nieder-Entgelmeier (OWL) bevorzugt das Detmolder Landbier der Privat-Brauerei Strate: Es ist dunkel und vollmundig, überzeugt gleichzeitig aber als sanftes und frisches Bier. Unverkennbar ist aber vor allem das Plopp des Bügelverschlusses.

Kristine Greßhöner (Hiddenhausen) trinkt gerne Hasseröder Fürstenbräu Granat: bernsteinfarben, süffig, herb und nicht zu süß. Ist außerdem eine schöne Erinnerung an den Harz-Urlaub und zugleich nach Tradition des Fürsten zu Stolberg-Wernigerode gebraut.

Das ist Hannes im Koffer. Von Steiff. Wenn er raus aus dem Koffer darf, freut sich der kleine Bär riesig auf ein Kentish Ale. Er liebt die goldbraune Farbe und den herb-etwas fruchtigen Geschmack. - © Dirk-Ulrich Brüggemann
Das ist Hannes im Koffer. Von Steiff. Wenn er raus aus dem Koffer darf, freut sich der kleine Bär riesig auf ein Kentish Ale. Er liebt die goldbraune Farbe und den herb-etwas fruchtigen Geschmack. | © Dirk-Ulrich Brüggemann

Dirk-Ulrich Brüggemann (OWL) mag als großer Großbritannien-Fan Spitfire aus Kent, the bottle of Britain: "Weil es den typischen englischen Geschmack eines Bitter hat und ich diesen besonders liebe. Auf dem Foto ist Hannes im Koffer zu sehen. Wenn er raus aus dem Koffer darf, freut sich der kleine Steiff-Bär riesig auf ein Kentish Ale. Er liebt die goldbraune Farbe und den herb-etwas fruchtigen Geschmack. Und frisch vom Faß ist er von der Theke im Pub gar nicht wegzubekommen."

Infografik: Jeder Deutsche trinkt 107 Liter Bier | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Matthias Bungeroth (OWL) outet sich, was Bier angeht, als ausgesprochener Fan des lippischen Gebräus: "Ein frisches Detmolder Landbier zum Beispiel ist auch bei diesen hochsommerlichen Temperaturen ausgesprochen erfrischend. Gut gekühlt, aber nicht eiskalt, passt es auch hervorragend zu Fleisch- oder Fischgerichten. Zusammengefasst: Detmolder Landbier, das zischt!"

Das Lieblingsbier von Martin Krause (Wirtschaft) ist alkoholfreies Hefeweizen, weil es vor allem nach dem Sport den Durst löscht und "auch in größeren Mengen unfallfrei konsumiert werden kann. Ab und zu hat man sich dann Andechser Doppelbock verdient. Nach dem Genuß von ein paar Maß sollte man sich allerdings vorsichtig bewegen."

Bier als Zutat

Bier eignet sich übrigens auch hervorragend als Zutat beim Backen und Kochen, weiß Birgit Meier. Das interaktive Bild zeigt Beispiele. Klicken Sie auf die Punkte auf dem Foto, um weitere Informationen zu erhalten:

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