Bewährte Putzmittel: Trotz der riesigen Bandbreite an Reinigungsprodukten, greifen viele Menschen zu klassischen Hausmitteln. - © Franziska Gabbert/dpa
Bewährte Putzmittel: Trotz der riesigen Bandbreite an Reinigungsprodukten, greifen viele Menschen zu klassischen Hausmitteln. | © Franziska Gabbert/dpa

Bielefeld Psychologen sagen: Frühjahrsputz beflügelt die Seele

Sobald die Sonne öfter scheint, haben viele das Verlangen, Haus und Wohnung auf Vordermann zu bringen - und das wirkt sich auch auf das eigene Wohlbefinden positiv aus

Lena Vanessa Niewald

Bielefeld. Die ersten lauen Temperaturen deuten den Frühling in den vergangenen Wochen schon an. Zwischendurch zeigen die Thermometer in OWL sogar schon zweistellige Werte an. Höchste Zeit, die eigenen vier Wände herauszuputzen – im wahrsten Sinne des Wortes; schließlich bringt die Sonne die dreckigen Fensterscheiben, den Staub auf dem Lampenschirm und die Fettflecken auf der Dunstabzugshaube überhaupt erst zum Vorschein. Im März und April packt viele der Ehrgeiz für einen gründlichen Frühjahrsputz. Psychologen meinen, der Zeitpunkt dafür ist kein Zufall. „Im Prinzip passiert bei uns im Kopf nämlich das gleiche wie draußen. Die Natur stellt sich im Frühling neu auf und auch wir organisieren uns mit einem Frühjahrsputz neu", sagt Diplom-Psychologin Petra Yagow. Die Aufbruchsstimmung, die uns die Natur im März und April vorlebt, wirke sich auch positiv auf unser allgemeines Engagement aus. Petra Yagow: „Man könnte fast sagen, die Natur schiebt uns an." "Im Winter kuscheln wir uns lieber ein" Auch, wenn sich viele schon zum Start ins neue Jahr im Januar viel vornehmen würden, würden viele großen Ziele von der dunklen Jahreszeit verschluckt werden, sagt Yagow. „Im Winter ziehen wir uns eher zurück und kuscheln uns ein, statt uns Gedanken über große Putzaktionen zu machen." Vor allem die Zeit um Ostern herum stehe dann aber nicht nur im religiösen Kontext für einen Neuanfang. Die aufgeräumte Wohnung oder der neu sortierte Kleiderschrank zu Beginn der helleren Jahreszeit verleihe vielen Menschen ein positives Wohlbefinden und neue Energie, Ansporn und Tatendrang für den weiteren Jahresverlauf. Vor allem die Ecken, die beim wöchentlichen Durchwischen oft vernachlässigt werden, rücken bei der gründlichen Reinigungsaktion in den Fokus. Eine Erfindung der Neuzeit ist der Frühjahrsputz allerdings nicht. „Viele Putzmittel helfen nicht unbedingt auch viel" Er stammt klassischerweise noch aus der Zeit, als mit offenen Feuerstellen und später mit Kohleheizung gewärmt wurde. Damals galt es, am Ende der Heizperiode den Ruß von Möbel und Wänden zu entfernen. Und auch, wenn sich der Markt für Putzmittel und Hygieneprodukte seitdem enorm vergrößert hat: Experten schwören noch immer auf die bewährten Klassiker. Bernd Glassl vom Industrieverband Körperpflege- und Waschmittel rät zu einem neutralen Allzweckreiniger, der auf fast allen Oberflächen angewendet werden kann. Den Großteil könne man mit einem solchen Reiniger sauber machen: Tische, Böden, Fliesen. "Viel hilft nicht unbedingt viel" Für die Küche sollte man sich laut Glassl allerdings noch einen weiteren Haushaltshelfer anlegen: einen Fettlöser gegen fettigen Schmutz und in Gebieten mit hartem Wasser auch einen sauren Reiniger gegen Kalkränder. Allerdings warnt der Experte, dass säurehaltige Produkte auch Schaden anrichten können; etwa auf Marmorflächen oder Holzmöbeln. Deshalb gilt: Die Anleitungen genau studieren. „Wo die einzelnen Mittel ihre Stärken haben, ist auf den Verpackungen verzeichnet. Wichtig ist auch, sparsam zu dosieren. Viel hilft nicht unbedingt viel", sagt Glassl. Wer auf umweltfreundliche Alternativen zurückgreifen will, sollte im Handel auf den Blauen Engel achten – das anerkannte deutsche Umweltzeichen. Bei diesen zertifizierten Produkten wurde geprüft, ob das Reinigungsmittel nachhaltig hergestellt und gefährliche, umweltschädliche Stoffe vermieden wurden. Ähnliches gilt für das europäische Umweltzeichen, das EU-Ecolabel. Um dieses Siegel zu bekommen, unterliegen vor allem Allzweck- und Sanitärreiniger strengen Kriterien. Für einige Zusatzstoffe gelten darüber hinaus festgelegte Grenzwerte. Eine Liste aller Produkte gibt es im Internet unter www.eu-ecolabel.de .

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