Phosphate halten den Dönerspieß zusammen und machen das Fleisch saftig (Symbolbild). - © picture alliance
Phosphate halten den Dönerspieß zusammen und machen das Fleisch saftig (Symbolbild). | © picture alliance

Gesundheit Verbot von Phosphat in Döner: Droht dem Fleischspieß das Aus?

Es geht um den Zusatz, der das Dönerfleisch am Spieß hält

Tessa Rinkes

Brüssel. Droht den Dönerbuden bald das Aus? Das könnte passieren, wenn das Europäischen Parlament die geplante Zulassung von Phosphaten in Döner-Fleisch verhindert. Das Parlament will in der Woche ab dem 11. Dezember darüber entscheiden. Phosphate sind ein wichtiger Zusatz in Dönerspießen, da sie dafür sorgen, dass die Fleischstücke zusammenhalten und gleichmäßig gegart werden. Sie binden das Wasser und machen das Fleisch saftig. Und darin soll das Problem liegen: Sozialisten und Grüne in der Umweltkommission meinen, dass den Verbrauchern Wasser zu Fleischpreisen verkauft würde. Gesundheitsgefährdung sei Panikmache Ihr Vorwurf: Der Zusatz sei gesundheitsgefährdend und verweisen auf Forschungsergebnisse, die einen Zusammenhang zwischen Phosphat und erhöhtem Herz-Kreislauf-Risiko sehen. Renate Sommer (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments hält diesen Vorwurf für „lächerlich" und reine „Panikmache". Auf ihrer offiziellen Facebook-Seite schreibt Sommer: "Ein Verbot des Phosphatzusatzes wäre das Ende der Dönerproduktion und damit das Ende zigtausender Arbeitsplätze." Veto gegen Änderung möglich Die EU-Kommission hatte im September vorgeschlagen, die Phosphat-Zusätze zu erlauben. Die EU-Staaten müssen darüber befinden. Das Europaparlament kann allerdings mit einer absoluten Mehrheit von 376 Stimmen ein Veto gegen die Änderungen einlegen. Sollte dies geschehen, würde sich an der bestehenden Gesetzeslage zunächst nichts ändern. Die EU-Kommission könnte gegebenenfalls neue Änderungen vorschlagen, die neuerdings geprüft werden müssten. Bei einem Aus für Dönerbuden würden laut Sommer 110.000 Arbeitsplätze und ein Umsatz von rund 10 Millionen Euro in Deutschland wegfallen, größtenteils in NRW. Mit Material der dpa.

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